{"id":2865,"date":"2021-01-25T17:08:29","date_gmt":"2021-01-25T16:08:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/?page_id=2865"},"modified":"2025-06-15T09:45:36","modified_gmt":"2025-06-15T07:45:36","slug":"chemiewerke-in-uerdingen-im-20-jahrhundert","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/farbwerke-ter-meer\/chemiewerke-in-uerdingen-im-20-jahrhundert\/","title":{"rendered":"Teil 2: Chemische Fabriken vormals Weiler-ter Meer"},"content":{"rendered":"\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/farbwerke-ter-meer\/\"><button>&lt;- Teil 1: Farbenwerke Weiler Ter Meer<\/button><\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1900 Das Chemiewerk in Uerdingen und die Konkurrenz <\/h2>\n\n\n\n<p>Die konkurrierenden Unternehmen der Teerfarbenindustrie waren bereits erheblich schneller als die <strong>chemischen <a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/farbwerke-ter-meer\/\" data-type=\"page\" data-id=\"1367\">Fabriken (vormals) Weiler-ter Meer<\/a><\/strong> gewachsen, und diesen Vorsprung konnte das Werk in Uerdingen kaum mehr einholen. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein eigenst\u00e4ndiges Laboratorium existierte in Uerdingen erst seit 1899, in Folge gab es dort vergleichsweise weniger Patentanmeldungen. Denn in Uerdingen lag der Schwerpunkt stattdessen auf der Optimierung der Produktionsverfahren und der Verbesserung der Produktqualit\u00e4t.  Man versuchte weiterhin auch, die verstreuten Standorte aus K\u00f6ln und Krefeld nach Uerdingen zu konzentrieren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1905 w\u00e4chst das Werk \u00fcber die Bahnlinie hinaus<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Fabrikstandort f\u00fcllte um 1905 bereits vollst\u00e4ndig den verf\u00fcgbaren Streifen des Rheinufers aus, eine weitere Ausdehnungen war schwierig. Denn der schmale Uferstreifen war bereits durch die benachbarten Betriebe (Chemiefabrik <strong><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/villa-wedekind\/\" data-type=\"page\" data-id=\"5250\">R. Wedekind &amp; Co.<\/a><\/strong>, Chemische Werke <strong>Lienau<\/strong>, Bleiwerke <strong>R\u00f6hr<\/strong>, \u00d6lfabrik <strong><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/holtz-willemsen\/\" data-type=\"page\" data-id=\"1288\">Holtz und Willemsen<\/a><\/strong>) belegt. Bereits seit 1893 war die bis heute erhaltene Rheinuferstra\u00dfe im Bau, die den Fahrzeugverkehr zwischen den Werksgel\u00e4nden und dem Rheinufer erm\u00f6glichte. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-38.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-38-1024x660.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1461\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Kartenausschnitt: neue Werksteile n\u00f6rdlich der Eisenbahnlinie. Quelle: Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, Karte R RW 04177 <\/em><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Auf der \u00f6stlichen Seite des Werks lag begrenzend die d\u00f6rfliche Siedlung <strong>Hohenbudberg<\/strong>. Das Werk musste sich daher nun \u00fcber die preu\u00dfische Staatsbahnlinie hinweg nach Norden weiter ausdehnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die neue Begrenzung nach Norden sollte die heutige <strong>Friedensstra\u00dfe<\/strong> sein. Im Werk <strong>Uerdingen<\/strong> spricht man daher nun von der &#8220;Rheinseite&#8221; zwischen Bahnlinie und Rhein, oder der &#8220;Landseite&#8221; zwischen Bahnlinie und Friedensstra\u00dfe.  Die Verbindung beider Werksteile stellte seit 1907 ein Tunnel unter der Eisenbahnlinie her.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1907 Meistersiedlungen und Ledigenwohnheime<\/h2>\n\n\n\n<p>An der Liebigstra\u00dfe (heute r\u00fcckgebaut und durch das Werk genutzt) und an der Friedensstra\u00dfe (Stra\u00dfe auf dem Werksgel\u00e4nde noch existent, aber zur Nutzung durch die \u00d6ffentlichkeit gesperrt) im Nordosten des Werks <em>entstehen seit 1907<\/em> zwei  Werkswohnsiedlungen mit H\u00e4usern der Architekten <a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/?s=Girmes+Oediger\">Wilhelm Girmes und Heinrich Oediger<\/a>. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-181.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"888\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-181-888x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-5016\" srcset=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-181-888x1024.png 888w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-181-260x300.png 260w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-181-768x886.png 768w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-181.png 1074w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Zeichnung eines Wohnblocks, sp\u00e4ter als Meistersiedlung benannt. Quelle: Festschrift 1861-1911 Chemische Fabriken vorm. Weiler &#8211; ter Meer.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Hintergrund des Werkswohnungsbaus war der enorme Bedarf an Wohnraum f\u00fcr Angestellte des Werks, der allerdings auch die n\u00e4chsten Jahrzehnte nicht ansatzweise gedeckt werden konnte. <\/p>\n\n\n\n<p>In Uerdingen ist f\u00fcr die gesamte Zeit der Vergr\u00f6\u00dferung des Chemiewerks eine sehr hohe Wohnungsnot insbesondere f\u00fcr Arbeiterfamilien dokumentiert.<em> <\/em>Ein Gro\u00dfteil der Mitarbeiter musste aus weiter entfernten Ortschaften t\u00e4glich anreisen. Die zu geringen Wohnungsbauaktivit\u00e4ten in der Hohenbudberger- Meistersiedlung konnten die Wohnungsnot nicht lindern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1910 Fritz ter Meer tritt in den Betrieb ein<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Sohn <strong>Edmund Ter Meers<\/strong> studierte seit 1903 Chemie an den Universit\u00e4ten T\u00fcbingen, Gie\u00dfen und Berlin, bis er 1909 promovierte. Nach kurzer Eingew\u00f6hnungszeit in Uerdingen \u00fcbernahm <strong>Fritz (Friedrich Hermann<\/strong>) <strong>Ter Meer<\/strong> rasch die Leitung einer Filiale des Werks in Nordfrankreich, bei Tourcoing. <\/p>\n\n\n\n<p>Bis 1911, zum 50j\u00e4hrigen Bestehen der Fabrik in Uerdingen, war das Werk auf beachtliche Ausma\u00dfe gewachsen und 1912 wurden am Standort Uerdingen 4000t Farbstoffe hergestellt, das Werk war nun der bei weitem gr\u00f6\u00dfte industrielle Betrieb in Uerdingen geworden. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-37.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"436\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-37-1024x436.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1456\" srcset=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-37-1024x436.png 1024w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-37-300x128.png 300w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-37-768x327.png 768w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-37-1536x654.png 1536w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-37-2048x872.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Werksansicht, im Vordergrund die n\u00f6rdliche Erweiterung, im Hintergrund jenseits der Eisenbahnlinien altes Werk, oben in der Mitte: Verwaltungsgeb\u00e4ude, links hinten: Hohenbudberg, vorne links: Werkssiedlung mit f\u00fcr Meister und Ledigenheime an der Friedensstra\u00dfe. Quelle: Zum 50j\u00e4hrigen Bestehen, Eberhardt, C., D\u00fcsseldorf, 1911 \u00b4<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Mitarbeiteranzahl betrug im Jahr 1911: <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>54&nbsp;Chemiker&nbsp;und&nbsp;Techniker<\/li>\n\n\n\n<li>117&nbsp;Kaufleute<\/li>\n\n\n\n<li>99&nbsp;Meister<\/li>\n\n\n\n<li>1100&nbsp;Arbeiter<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Als Jubil\u00e4umsgeschenk zum 50j\u00e4hrigen Bestehen erhielten Arbeiter einen Geldbetrag zwischen 5 und 50 M (je nach Alter und Geschlecht: Jugendliche unter 18 Jahren  und Frauen erhielten die halben, die Meister die doppelten Betr\u00e4ge). Festgehalten wurden auch die geltenden Jahresurlaubsregelungen. Diese betrugen<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>bei <strong>Tagel\u00f6hnern<\/strong>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Arbeiter, Handwerker und Vorarbeiter im Mindestalter von 30 Jahren\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>nach 10-j\u00e4hriger Dienstzeit 4 Tage Urlaub<\/li>\n\n\n\n<li>nach 15-j\u00e4hriger Dienstzeit 6 Tage Urlaub<br><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n\n\n\n<li>bei <strong>Monatslohn<\/strong>-Empf\u00e4ngern\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Meister\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>nach 10-j\u00e4hriger Dienstzeit 10 Tage,<\/li>\n\n\n\n<li>nach 15-j\u00e4hriger Dienstzeit 14 Tage Urlaub.<br><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Urlaubsverg\u00fctung<\/strong>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><em>m\u00e4nnlichen Arbeiter 6 Mark pro Tag <\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em>weiblichen Arbeiter<\/em> 4 Mark pro Tag<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"596\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/IMG_7312.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4993\" srcset=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/IMG_7312.jpg 800w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/IMG_7312-300x224.jpg 300w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/IMG_7312-768x572.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Werksansicht, unten rechts Hohenbudberg, Mitte: die zentrale Verwaltung<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Gegen\u00fcber der Landgemeinde <strong>Hohenbudberg<\/strong> entstand in der Folge ein langgestrecktes Verwaltungsgeb\u00e4ude des Werks, das durch die Krefelder Architekten <a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/?s=Girmes+%2B+Oediger\">Wilhelm Girmes und Heinrich Oediger<\/a> geplant wurde, aber erst im Ersten Weltkrieg fertig werden sollte. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-82.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"361\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-82-1024x361.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2662\" srcset=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-82-1024x361.png 1024w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-82-300x106.png 300w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-82-768x271.png 768w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-82-1536x542.png 1536w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-82-2048x723.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Werksansicht, Hohenbudberg, Verwaltungsgeb\u00e4ude. Siehe auch Zeichnung des Werks zuvor.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1913 Fritz Ter Meer \u00fcbernimmt Teile der Werksleitung in Uerdingen<\/h2>\n\n\n\n<p>Mit Prokura und dem Titel eines Direktors geh\u00f6rte <strong>Fritz Ter Meer<\/strong> rasch zum engsten Mitarbeiterstab seines Vaters. Er \u00fcbernahm 1913 die Leitung der gesamten anorganischen Abteilung der Fabrik und begann in der Folge mit der Errichtung einer Anlage f\u00fcr <strong>Trinitrotoluol TNT<\/strong> Sprengstoff. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">Erster Weltkrieg, Umstellung in Uerdingen, kriegswichtige Chemikalien <\/h2>\n\n\n\n<p>Die <strong>chemischen Fabriken vorm. Weiler-ter Meer<\/strong> wurden im ersten Weltkrieg in zunehmendem Ma\u00dfe auf die Herstellung von <strong>kriegswichtigen Chemikalien<\/strong> umgestellt.  <\/p>\n\n\n\n<p>Im September 1914 wurde in Berlin die <strong>Kriegschemikalien AG<\/strong> als das von der Regierung kontrolliertes Konglomerat von 26 Firmen aus Sprengstoff- und Chemieindustrie gegr\u00fcndet. Hiermit sollten die begrenzten Rohstoffvorr\u00e4te f\u00fcr kriegswichtige Produkte gelenkt und verteilt werden. Zu den 28 Unternehmen der&nbsp;<em>Kriegschemikalien AG<\/em>&nbsp;geh\u00f6rte das Unternehmen in Uerdingen von Anfang an dazu.  <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Trinitrotoluol<\/strong> (<strong>TNT<\/strong>) wurde in einem eigens daf\u00fcr aufgebauten Betrieb in Uerdingen hergestellt, der bereits Anfang 1915 unter der Leitung von <strong>Fritz Ter Meer<\/strong> die Produktion von Sprengstoff aufnahm. <\/p>\n\n\n\n<p>In Uerdingen wurden zudem erhebliche Mengen von speziellen <strong>Zusatzstoffen<\/strong> f\u00fcr die gesamte deutsche Sprengstoffproduktion hergestellt. Diese wurden f\u00fcr alle Arten von Geschossen ben\u00f6tigt, um die Treibladungspulver zu verbessern, indem damit fr\u00fchzeitige Explosionen oder zu hohe Abbrandtemperaturen und dadurch bedingte Sch\u00e4den an Gesch\u00fctzrohren vermieden wurden. <\/p>\n\n\n\n<p>Vom Werk <strong>Weiler-ter-Meer<\/strong> wurden diese Zusatzprodukte unter dem Namen: <strong>Mollite<\/strong> <sup>7 <\/sup>in den Handel gebracht. Es wird in Recherchen berichtet, dass 1915 bis 1939 in Deutschland die Herstellung von diesen Sprengstoff-Stabilisatoren und Sprengstoff-Gelantinatoren <strong>ausschlie\u00dflich im Werk Uerdingen<\/strong> stattfand. Allein f\u00fcr den Stabilisator Centralit ergibt sich bereits im Jahr 1913 in Uerdingen, laut Produktionsstatistik, die Menge von 155t Centralit I und 59t Centralit II. Insgesamt wurden seit 1914 &#8211; 1942 in Uerdingen der gr\u00f6\u00dfere Teil der Gesamtmenge von 28.278t Stabilisatoren und Gelantinatoren hergestellt. (Im Werk Wolfen der I.G. Farben erfolgte die Produktion dieser Stoffe erst ab 1939.) <sup>1 und 2<\/sup>  <\/p>\n\n\n\n<p>1931 erscheint in der &#8220;Arbeiter-Zeitung &#8211; Volkswacht.&#8221; ein Artikel mit folgendem Wortlaut: &#8220;Die Lage, die in den Kriegsjahren f\u00fcr die auf Kriegsbetrieb umgestellte Teerfabrikation entstand, brachte die Uerdinger Fabrikation auf andere chemische Erzeugnisse, Produkte wie Gelbkreuz- und Blaukreuzgasgranaten, Produkte, durch die in Uniform gesteckte und durch den Militarismus gedrillte franz\u00f6sische und englische Proletarier gasvergiftet die Lunge sich in blutigen Fetzen aus dem Leibe husteten oder an qualvollen Bluterkrankungen verendeten.&#8221; Quelle siehe <a href=\"https:\/\/zeitpunkt.nrw\/ulbbn\/periodical\/zoom\/12497131?query=%22J.%20W.%20Weiler%22\" title=\"\">Zeitpunkt.nrw<\/a> <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1916 Fritz ter Meer f\u00fchrt Uerdingen zur &#8220;kleinen IG Farben&#8221; <\/h2>\n\n\n\n<p>Im Zuge der Kriegsproduktion im Ersten Weltkrieg erfolgte der von&nbsp;<strong>Carl Duisberg<\/strong>&nbsp;(Bayer Leverkusen) initiierte Zusammenschluss der wichtigsten deutschen Farbenfabriken. An den Verhandlungen zur Gr\u00fcndung war auf der Seite des Werks in Uerdingen der Sohn des Gr\u00fcnders <strong>Fritz ter Meer<\/strong> beteiligt, nun auch Vorstandsmitglied des Unternehmens. <\/p>\n\n\n\n<p>Am 18. August 1916 schloss sich die Teerfarbenindustrie in Gestalt von Bayer,&nbsp;BASF,&nbsp;Agfa, Farbwerke&nbsp;Hoechst,&nbsp;Cassella, Farbwerke Mainkur, Kalle AG und der <strong>chemischen Fabrik Weiler ter Meer<\/strong>, zur <strong>Interessengemeinschaft der deutschen Teerfarbenfabriken<\/strong> mit einer Laufzeit von zun\u00e4chst 50 Jahren zusammen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Zusammenschluss waren gemeinsame Richtlinien einer <strong>Gewinngemeinschaft <\/strong>festgelegt, jedoch behielt jedes Unternehmen seine eigene Produktion, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung und auch die Verkaufsorganisation bei. <\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Interessengemeinschaft<\/strong> (IG) nahm durch ihren Sprecher <strong>Carl Duisberg <\/strong>direkten Einfluss auf den Kriegsverlauf des Ersten Weltkriegs, indem sie den direkten Kontakt zur Obersten Heeresleitung suchte und bei der Entmachtung des Kriegsministeriums mitwirkte. Die IG betrieb den Sturz des Reichskanzlers <strong>von Bethmann Hollweg<\/strong>, der Bedenken gegen eine &#8220;totale Mobilmachung&#8221; hatte. Sie sorgte aktiv zur Ausweitung des Krieges,  indem sie ihn unter Aufbietung aller verf\u00fcgbaren Reserven und Technologien, auch und insbesondere durch die Erforschung und die Herstellung von Giftgas, entscheidend vorantrieb.  <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color has-link-color wp-elements-2dc3cfb203b7ec8f9726abb7b15b4368\">1917 wird Fritz ter Meer Vorstand<\/h2>\n\n\n\n<p>Am 9.1.1917 wird Dr. Fritz ter Meer, neben seinem Vater Edmund, zum zweiten ordentlichen Vorstandsmitglied des Unternehmens in Uerdingen ernannt. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1920 Beauftragung der Ter Meer Siedlung <\/h2>\n\n\n\n<p>Die gute wirtschaftliche Lage f\u00fcr das Werk, das auch noch nach Kriegsende 1919 weiterhin Gewinn abwarf, f\u00fchrte 1920 zu einem Auftrag Edmund ter Meers f\u00fcr den Bau einer Siedlung mit 120 Wohnungen an die Hausarchitekten des Unternehmens <strong><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/?s=Girmes+Oediger\">Wilhelm Girmes und Heinrich Oediger<\/a><\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/ter-meer-siedlung\/\"><button>Ter Meer Siedlung<\/button><\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1920 &#8211; 1923 <\/h2>\n\n\n\n<p>produzierten die <strong>chemischen Fabriken Weiler ter Meer<\/strong> in Uerdingen durchschnittlich 3,4% der gesamten Kapazit\u00e4t der Interessengemeinschaft. Die gr\u00f6\u00dften Produktionsstandorte lagen in Ludwigshafen (BASF), Leverkusen (BAYER) und in Frankfurt mit jeweils rund 20% der Produktion. <\/p>\n\n\n\n<p>Am 8.2.1921 wird die benachbarte Chrom-Chemiefabrik &#8220;R. Wedekind &amp; Co. GmbH&#8221; \u00fcbernommen, siehe auch <a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/villa-wedekind\/\" title=\"Villa Rudolf Wedekind, Haus Rheinhorst\">Villa Wedekind<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1924 Wirtschaftskrise<\/h2>\n\n\n\n<p>Aufgrund der beginnenden Wirtschaftskrise stellte die Fabrik die Produktion ein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1925 Eisenoxidpigmente<\/h2>\n\n\n\n<p>1925 fand der Chemiker <strong>Julius Laux<\/strong> in Uerdingen ein Verfahren der Herstellung von <strong>Eisenoxidpigmenten<\/strong> mit Farbnuancen, dass die Produktion erstmals kosteng\u00fcnstig erm\u00f6glichte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1926 Eingemeindungen<\/h2>\n\n\n\n<p>Schon seit gut 20 Jahren gab es immer wieder Bestrebungen in Uerdingen, sich durch Eingemeindungen des Umlands zu vergr\u00f6\u00dfern, da die Stadt zwischen Rhein und Bahnlinie eingeengt war. <\/p>\n\n\n\n<p>Dabei spielte die ausgesprochen angespannte Wohnsituation in Uerdingen f\u00fcr den Stadtrat eine wesentliche Rolle. Denn die Mitarbeiter der Industriebetriebe hatten nicht genug Wohnraum f\u00fcr die eigenen Mitarbeiter in Uerdingen geschaffen. Arbeiter pendelten von Moers, Kaldenhausen, Krefeld, Lank zum Werk und fanden dort ihre Arbeit. Uerdingen musste sich bereits an Kosten der Schulen der umliegenden Gemeinden beteiligen.  <\/p>\n\n\n\n<p>Jedoch sprach sich <strong>Edmund ter Meer<\/strong> sowohl 1903 als auch 1909 gegen die Bestrebungen des Rates der Stadt Uerdingen zur Erweiterung aus. Das Unternehmen selbst hatte ausreichend Platz f\u00fcr die Expansion zum Nord-Westen hin gefunden und war bereits 1905 \u00fcber die Bahnlinie hinaus bis zur Friedensstra\u00dfe gewachsen. <\/p>\n\n\n\n<p>1922 und 1924  wurden neuerliche Eingemeindungsversuche gestartet, diesmal aber mit der Unterst\u00fctzung und Intervention durch Edmund ter Meer. Als sich auch hier kein Erfolg einstellte, wurde 1926 ein weiterer Versuch gestartet, der endg\u00fcltig Ende 1927 zur Eingemeindung von <strong>Hohenbudberg<\/strong>, des <strong>Hagschinkels<\/strong> und von Teilen <strong>Kaldenhausens<\/strong> f\u00fchrte. Dies sollte allerdings f\u00fcr die drei beteiligten Ortschaften sp\u00e4ter noch ungeahnte Konsequenzen haben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1926 Gr\u00fcndung der I.G. Farben<\/h2>\n\n\n\n<p>1926 wandelte sich die Interessengemeinschaft in die Aktiengesellschaft <strong>I.G. Farben-Industrie<\/strong> (<strong>I.G. Farben<\/strong> <strong>AG<\/strong>) um.<em><br><\/em><br>Die Aktiengesellschaft bestand aus folgenden Werken:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Actien-Gesellschaft f\u00fcr Anilin-Fabrication AGFA&nbsp;(Berlin)<\/li>\n\n\n\n<li>Badische Anilin- und Sodafabrik AG&nbsp;BASF (Ludwigshafen am Rhein) &nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Ammoniakwerk Merseburg GmbH&nbsp;(Merseburg\/Leuna)<\/li>\n\n\n\n<li>Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer &amp; Co.&nbsp;(Leverkusen)<\/li>\n\n\n\n<li>Chemische Fabrik Griesheim-Elektron&nbsp;(Frankfurt-Griesheim)<\/li>\n\n\n\n<li>Chemische Fabrik Kalle &amp; Co. AG&nbsp;(Biebrich)<\/li>\n\n\n\n<li>Farbwerke Leopold Cassella &amp; Co.<span style=\"font-size: 1rem;\">&nbsp;(<\/span>Fechenheim<span style=\"font-size: 1rem;\">)<\/span><\/li>\n\n\n\n<li>Farbwerke vorm. Meister Lucius und Br\u00fcning AG&nbsp;(H\u00f6chst am Main)<\/li>\n\n\n\n<li><strong><em>Chemische Fabriken Weiler-ter Meer<\/em>&nbsp;(Uerdingen)<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-29.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"598\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-29.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1415\" srcset=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-29.png 800w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-29-300x224.png 300w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-29-768x574.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">I.G. Farben Werk Uerdingen, undatierte Postkarte<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Fritz ter Meer \u00fcbernahm mehrere Funktionen im neuen Konzern: Mitglied im Vorstand (seit 1925), Mitglied des Arbeitsausschusses,  Mitglied des technischen Ausschusses (seit 1932), Leiter der Sparte II im Reichskriegsministerium und Wehrwirtschaftsf\u00fchrer (seit 1932). <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fritz ter Meer<\/strong>, Sohn des Werkbesitzers in Uerdingen, war in den obersten F\u00fchrungsgremien des<strong> I.G. Farben<\/strong> Konzerns in leitender Position. Die Werksleitung in  Uerdingen gab er ab und wohnte seit 1935 in Frankfurt\/Main, dem Hauptsitz der I.G. Farben.   <\/p>\n\n\n\n<p><button>mehr zu <em><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/fritz-ter-meer-im-dritten-reich\/\" data-type=\"page\" data-id=\"2939\">Fritz ter Meer im dritten Reich<\/a><\/em><\/button><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1929 Krefeld-Uerdingen am Rhein<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Uerdingen am Rhein <\/strong>und <strong>Krefeld<\/strong> bilden die Dachgemeinschaft <strong>Krefeld-Uerdingen am Rhein<\/strong> als einzigartiges Konstrukt mit weitgehender kommunaler Selbstst\u00e4ndigkeit der beiden Stadtteile.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"745\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-129-1024x745.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4154\" srcset=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-129-1024x745.png 1024w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-129-300x218.png 300w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-129-768x559.png 768w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-129-1536x1118.png 1536w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-129.png 1800w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Anzeige aus: Festschrift zur Er\u00f6ffnung der Rheinbr\u00fccke Uerdingen 1936<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1938 Der Tod von Dr. Hans Finkelstein<\/h2>\n\n\n\n<p>Die \u201eFinkelstein-Reaktion\u201c ist bis heute in der Chemie ein stehender Begriff.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab 1912 arbeitete der Chemiker Hans Finkelstein  als Leiter der Forschungsabteilung der Chemischen Fabriken vorm. Weiler-Ter Meer in Uerdingen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gem\u00e4\u00df der antisemitischen \u201eN\u00fcrnberger Gesetze\u201c von 1935 galt Hans dem NS-Regime ungeachtet seiner Taufe als \u201eVolljude\u201c, die Kinder als \u201ehalbj\u00fcdische Mischlinge\u201c. Familienmitglieder berichteten nach der Kriegszeit davon, dass sich seine Vorgesetzten durchaus f\u00fcr ihn einsetzten und ihn so lange sie konnten auf seinem Posten hielten. Annemarie Finkelstein bezeugte nach dem Krieg w\u00e4hrend dem IG-Farben-Prozess in N\u00fcrnberg, dass Fritz ter Meer ihm seinen pers\u00f6nlichen Schutz versprach.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz, oder vielleicht gerade aufgrund, seiner hohen Position, war Finkelstein Ziel von Abh\u00f6r- und Beschattungsaktionen der Geheimen Staatspolizei. So ist eine Akte erhalten, in der ein Telefongespr\u00e4ch mit einem unbekannten Berliner Gespr\u00e4chspartner erhalten. Im anschlie\u00dfenden Bericht wird erw\u00e4hnt, dass Hans Finkelstein bei den IG Farbenwerken \u201edas gr\u00f6\u00dfte Vertrauen\u201c genie\u00dfe. Die Akte schlie\u00dft 1938 mit Gespr\u00e4chen der Gestapo mit dem Abwehrbeauftragten des IG-Farbenwerkes, einer Art Verbindungsmann zwischen dem Betrieb und der Gestapo. Dieser teilte mit, dass Finkelsteins \u201eVerbleiben im Werk als Jude nicht mehr tragbar\u201c sei und bat gleichzeitig darum, dessen Reisep\u00e4sse einzuziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Verlust seiner Position hat in Hans Finkelstein vermutlich den Entschluss gefestigt, seinem Leben ein Ende zu bereiten. Im Dezember 1938 schrieb er der Familie einen Abschiedsbrief, in dem er dies erkl\u00e4rt. Er geht auch auf die Novemberpogrome ein \u2013 scheinbar lie\u00dfen sie ihn zweifeln, ob er seine Familie in der nun gef\u00e4hrlicheren Situation verlassen k\u00f6nne. Doch am 30. Dezember 1938 nahm sich Dr. Hans Finkelstein im Krefelder S\u00fcdpark mit Gift das Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Mehr hierzu lesen:<\/p>\n\n\n\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/finkelstein-stiftung-verlegt-stolpersteine-in-krefeld\/\" title=\"Siehe auch Stolpersteine Hans und Berthold Funkelstein \">Stolpersteine Hans und Berthold Finkelstein <\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20221009025044\/https:\/\/www.bayer.com\/de\/unternehmensgeschichte\/unternehmensgeschichte-1925-bis-1945\">https:\/\/www.bayer.com\/de\/unternehmensgeschichte\/<br>unternehmensgeschichte-1925-bis-1945<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/finkelstein-foundation.bayer.com\/de\">https:\/\/finkelstein-foundation.bayer.com\/de<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color has-link-color wp-elements-1c0860b7c900c8330a6b8023ea52c4d2\">1938 Beerdigung von Dr. Julius Laux<\/h2>\n\n\n\n<p>Der zum &#8220;Werksf\u00fchrer&#8221; aufgestiegene Chemiker Dr. Julius Laux (Entwickelte in Uerdingen ein Verfahren, dass die Herstellung von Eisenoxidpigmenten mit Farbnuancen erstmals kosteng\u00fcnstig erm\u00f6glichte) wird 1938 in Uerdingen begraben.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Grab findet sich der Technische Direktor der I.G. Farben <strong>Fritz ter Meer<\/strong> ein:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-241.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"787\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-241-1024x787.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6471\" srcset=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-241-1024x787.jpg 1024w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-241-300x231.jpg 300w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-241-768x591.jpg 768w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-241-1536x1181.jpg 1536w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-241-2048x1575.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/zeitpunkt.nrw\/ulbbn\/periodical\/zoom\/2362816?query=%22Werksf\u00fchrer%22\" title=\"\">Zeitpunkt.nrw<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1939 Konzentration der Anilinerzeugung in Uerdingen<\/h2>\n\n\n\n<p>Das <strong>Werk Uerdingen <\/strong>der<strong> I.G. Farben <\/strong>war nach der Neuordnung der Werksgruppen durch <strong>Fritz Ter Meer <\/strong>die gr\u00f6\u00dfte Anilinerzeugungsst\u00e4tte im Konzern geworden. Ende der 30er Jahre ging auch ein neues zentrales Kraftwerk in Betrieb. 1939 erreichte die in <strong>Uerdingen<\/strong> hergestellte Anilin\u00f6lmenge 10.400t. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1940 Zwangsarbeiter Lager f\u00fcr das Werk<\/h2>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das <strong>I.G. Farben Werk Uerdingen<\/strong> gab es im <strong>zweiten Weltkrieg<\/strong> mehrere Lager f\u00fcr Zwangsarbeiter, darunter ein mit Stacheldraht umwehrtes Barackenlager, in dem russische <strong>Kriegsgefangene<\/strong> beiderlei Geschlechts gefangen gehalten wurden und im Werk <strong>Zwangsarbeit<\/strong> leisten mussten. Dieses Lager hat sich im Bereich des Hagschinkel\/ Kaldenhausen nord-westlich des Werkes befunden. Der genaue Ort weiterer Lager ist bisher nicht genauer zu verorten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1940 aus Krefeld &#8211; Uerdingen am Rhein wird Krefeld<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Reichsministerium des Inneren dr\u00e4ngte w\u00e4hrend des Krieges darauf, die Dachgemeinschaft der Stadtteile Uerdingen und Krefeld mit ihrer doppelten Verwaltungsstruktur aufzul\u00f6sen und zu einer Stadt zusammenzuf\u00fchren. Am 25. Januar 1940 endete die Dachgemeinschaft und damit auch die kommunale Selbstverwaltung Uerdingens. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1941 sind bei der I.G.Farben (insgesamt) 2.488 Chemiker besch\u00e4ftigt.<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1945 Kriegsende<\/h2>\n\n\n\n<p>Nach der Einnahme des Rheinlandes durch die Amerikaner wurde ein Besuch des Uerdinger Werks durch die Experten des Combined Intelligence Objectives Sub-Committee C.I.O.S. im Auftrag des britischen- und amerikanischen- Milit\u00e4rs vorgenommen. Bei den Untersuchungen und Anh\u00f6rungen der leitenden Mitarbeiter im Werk wurden die Produktionsanlagen und Produktionsverfahren durch die Alliierten detailliert aufgenommen und die Ergebnisse nach London und Washington weitergeleitet.<em> <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der erhaltene (C.I.O.S.) Report XXVII-80 zeigt, dass im Werk Uerdingen <strong>chemische Kampfstoffe <\/strong>hergestellt wurden. Der im Werk Uerdingen angetroffene Forschungsdirektor <strong>Dr. Hamans<\/strong> erkl\u00e4rte bei der Befragung den Produktionsprozess im Werk. <strong>Adamsit<\/strong> (Azin) ist eine arsenhaltige organische Verbindung, die als Nasen- und Rachenkampfstoff eingesetzt wurde. <\/p>\n\n\n\n<p>In Altlastenkatastern wird die Produktionskapazit\u00e4t von <strong>Adamsit<\/strong> in dem 1944 durch Luftangriffe zerst\u00f6rten Anlagenteil in <strong>Uerdingen<\/strong> mit monatlich 200t angegeben. Zwischen 1940-1944 wurden in <strong>Uerdingen<\/strong> in Summe 3881t <strong>Adamsit<\/strong> hergestellt.<sup>4<\/sup><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1945  Produktionsanlagen wurden demontiert, Patente und Warenzeichen beschlagnahmt<\/h2>\n\n\n\n<p>Der seit 1938 in <strong>Uerdingen<\/strong> als <strong>Werksleiter<\/strong> und seit 1943 als <strong>Direktor der I.G. Farben<\/strong> <strong>Niederrheingruppe<\/strong> t\u00e4tige <strong>Dr. Ulrich Haberland<\/strong> arbeitete unter der Aufsicht der <strong>britischen Milit\u00e4rverwaltung<\/strong> im Werk Uerdingen ungehindert weiter. <\/p>\n\n\n\n<p>Da keine schriftlichen Dokumente zu seiner Ernennung in den <strong>Vorstand der I.G. Farben<\/strong> gefunden wurden, erfolgte keine Verurteilung Haberlands beim folgenden <strong>N\u00fcrnberger I.G. Farben Prozess<\/strong>. Haberland blieb weiterhin der Leiter der Gruppe der niederrheinischen <strong>I.G. Farben<\/strong> Werke.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1947 I.G. Farben-Prozess<\/h2>\n\n\n\n<p>Im April 1945 wurde <strong>Fritz ter Meer<\/strong> vom amerikanischen Milit\u00e4r inhaftiert und 1948 im Rahmen der auf die <strong>N\u00fcrnberger Kriegsverbrecher Prozesse<\/strong> folgenden <strong>I.G. Farben-Prozesse<\/strong> gegen die F\u00fchrung der I.G. Farben angeklagt und als Kriegsverbrecher verurteilt. Aus der Haft wurde er 1952 wegen &#8220;guter F\u00fchrung&#8221; vorzeitig entlassen. Siehe auch <a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/fritz-ter-meer-im-dritten-reich\/\">Fritz ter Meer im III. Reich<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1948 Entflechtung der I.G. Farben <\/h2>\n\n\n\n<p>Nach Kriegsende begann die Entflechtung der IG Farben AG durch die <strong>Alliierte Hohe Kommission<\/strong>. Die Abwicklung der<strong> I.G. Farben <\/strong>sollte bis in das Jahr 2002 dauern, die \u00fcberlebenden Opfer mussten jahrelang um Entsch\u00e4digung k\u00e4mpfen und erhielten nur kleine Summen als Wiedergutmachung.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits seit Herbst 1948 arbeitete das <strong>Bipartite I. G. Farben Control Office<\/strong> (<strong>BIFCO<\/strong>) konkrete Pl\u00e4ne zur Zerschlagung des ehemaligen Teerfarbenkonzerns f\u00fcr die <strong>Alliierte Hohe Kommission<\/strong> aus. Diese zielten auf eine Dekartellisierung und Zersplitterung der I.G. Werke in rund 50 einzelne Unternehmen ab. Der <strong>BIFCO<\/strong>&#8211; Bericht von 1949 forderte dem entsprechend die Trennung des Werks in <strong>Uerdingen<\/strong> von dem in <strong>Leverkusen<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bundeskanzler Konrad Adenauer<\/strong> und <strong>Dr. Ulrich Haberland<\/strong> intervenierten. Sie setzten sich im Schulterschluss mit den Arbeitnehmern der Werke und mit den Gewerkschaften gegen die <strong>Alliierte Hohe Kommission<\/strong> durch, mit dem Argument \u201eeiner nicht gegebenen \u00dcberlebensf\u00e4higkeit der einzelnen Niederrhein Werke\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach \u00dcberarbeitung stellte ein neues Gutachten fest, dass das Werk in <strong>Uerdingen<\/strong> mit den dort vorhandenen Produktionsanlagen nicht mehr selbst \u00fcberlebensf\u00e4hig sei: Ein Trennen der Werke w\u00fcrde f\u00fcr <strong>Uerdingen<\/strong> nur durch erhebliche Investitionen in dortige neue Anlagenteile m\u00f6glich sein, da Rohstoffe wie die f\u00fcr die <strong>Anilin<\/strong> Produktion erforderlichen Substanzen aus <strong>Leverkusen<\/strong> nach <strong>Uerdingen<\/strong> geliefert werden w\u00fcrden und umgekehrt das Werk <strong>Leverkusen<\/strong> der wichtigste Abnehmer der <strong>Uerdinger<\/strong> Produktion sei.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1951 Farbenfabriken Bayer AG<\/h2>\n\n\n\n<p>Am 19. Dezember 1951 wurden im Zuge der <strong>Aufl\u00f6sung der I.G. Farben<\/strong> mehrere neue Einzelunternehmen gegr\u00fcndet, darunter die neue <strong>Farbenfabriken Bayer A.G.<\/strong> mit den Werken <strong>Leverkusen<\/strong>, <strong>Wuppertal<\/strong>&#8211;<strong>Elberfeld<\/strong>, <strong>Dormagen<\/strong> und <strong>Uerdingen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Entflechtung der I.G. Farben wurde der Leiter der Niederrhein Gruppe <strong>Dr. Ulrich Haberland<\/strong> zum <strong>Vorstandsvorsitzenden der Bayer AG <\/strong>ernannt und behielt diese Position bis zu seinem Tod 1961 inne.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1955 Fritz ter Meer Aufsichtsratsmitglied der Bayer AG<\/h2>\n\n\n\n<p>Nach der Entlassung aus der Haft 1952 wurde<strong> Fritz ter Meer<\/strong> 1955 in den <strong>Aufsichtsrat der Farbenfabrik Bayer&nbsp;AG<\/strong>&nbsp;gew\u00e4hlt, dessen Vorsitz er 1956-64 innehatte. Nach dem Ausscheiden aus der Gesellschaft wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. <\/p>\n\n\n\n<p>In <strong>Uerdingen<\/strong> f\u00fchrten in den sp\u00e4ten 1990er Jahren geschichtliche Auseinandersetzungen der Elternschaft der st\u00e4dtischen &#8220;Ter Meer Schule&#8221; zu einer Umbenennung in &#8220;Edmund Ter Meer Schule&#8221;. Auch die &#8220;Ter Meer Stra\u00dfe&#8221; und der Name der <strong><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/ter-meer-siedlung\/\">Ter Meer Siedlung<\/a><\/strong> war bereits in Diskussion. Eine Umbenennung ist bisher nicht erfolgt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">Bayer Vereine in Uerdingen<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Werk unterst\u00fctzte in <strong>Uerdingen<\/strong> recht schnell  12 Vereine, darunter einen Gesangsverein, Schachverein, einen Fotoclub, ein Orchester sowie Sportvereine aller Sparten wie Leichtathletik, Fu\u00dfball, Schwimmen, Rudern, Kanu, Reiten und Tennis. Ein eigenes Sportstadion am L\u00f6schenhofweg dient seit jeher dem Lehrlingssport und den Vereinen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1951 Beginn der Bayer Sportf\u00f6rderung <\/h2>\n\n\n\n<p>Anders als bei der <strong>Farbenfabrik Bayer<\/strong> in <strong>Leverkusen<\/strong> sind f\u00fcr <strong>Uerdingen<\/strong> bisher keine systematischen Untersuchungen zur auch hier bedeutenden Sportf\u00f6rderung bekannt. <\/p>\n\n\n\n<p>Seit 1951 sind f\u00fcr das Werk <strong>Uerdingen<\/strong> insbesondere zwei Vereine dokumentiert: der 1908 gegr\u00fcndete <strong>Uerdinger Schwimmverein 08<\/strong> vereinbarte die Zusammenarbeit mit der <strong>Bayer AG<\/strong>, wurde zuerst USV Bayer 08, sp\u00e4ter dann <strong><a href=\"https:\/\/usv-08.de\">SV Bayer Uerdingen 08<\/a><\/strong> genannt, heute nach dem R\u00fcckzug des Hauptsponsors Bayer AG erneut Uerdinger Schwimmverein 08. Der Verein ist heute der mitgliederreichste deutsche Schwimmverein. <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20240430145940\/https:\/\/www.svbayer08.de\/de\/der-verein\/historie\/\">Siehe Vereinschronik<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der 1905 gegr\u00fcndete Fussballverein <strong>FC Uerdingen 05<\/strong> fusionierte 1953 mit den Uerdinger Werkssportgruppen der <strong>Bayer AG<\/strong> und hie\u00df fortan<strong> FC Bayer Uerdingen 05<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n<p>Den Fu\u00dfballern der ersten Mannschaft von \u201e<strong>Bayer 05<\/strong>\u201c gelang in den folgenden Dekaden mehrfach der Aufstieg. 1985 gewannen die Uerdinger den DFB-Pokal. Spektakul\u00e4rster und legend\u00e4rer Erfolg war jedoch das 7:3 gegen Dynamo Dresden im Viertelfinale des Europapokals der Pokalsieger. <\/p>\n\n\n\n<p>Am 19. M\u00e4rz 1986 konnte nach aussichtslosem R\u00fcckstand, in der zweiten Spielh\u00e4lfte das Spiel und Ergebnis gedreht werden. Das Spiel ist in die Fu\u00dfball Geschichtsschreibung als das Wunder von der Grotenburg eingegangen und noch heute starkes Identifikationsmerkmal f\u00fcr Uerdingen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1956 Bayer Werkswohnungssiedlung entsteht in der Gartenstadt<\/h2>\n\n\n\n<p>Am 20. Januar 1956 wurde in der Flugplatzsiedlung auf dem ehemaligen Flugfeld Krefelds der Grundstein zu den Bayer H\u00e4user der Gemeinn\u00fctzigen Wohnungsbau Gesellschaft Leverkusen GeWoGe gelegt. Mehr lesen: <a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/siedlung-gartenstadt\/\" data-type=\"page\" data-id=\"3519\">Wohnsiedlungen Gartenstadt<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"833\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/knolle-B-gartenstadt.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4254\" srcset=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/knolle-B-gartenstadt.jpg 800w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/knolle-B-gartenstadt-288x300.jpg 288w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/knolle-B-gartenstadt-768x800.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Knolle B, Bayer GeWoGe Werkswohnungen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Von Bayer werden in der Siedlung 202 Werkswohnungen und 52 Eigenheime erbaut. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1953 Polycarbonat<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Chemiker Dr. Hermann Schnell entdeckt im Werk Uerdingen eine chemische Reaktion, die die Herstellung eines neuen Kunststoffs erm\u00f6glichte. Der Markenname des neuartigen Kunststoffs Makrolon wird am 2. April 1955 eingetragen und das Polycarbonat wird heute in zahlreichen  Anwendungsbereichen verwendet. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1957 erhebliche Vergr\u00f6\u00dferung des Uerdinger Werks beginnt <\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/dreven-R_RW_Karten-03002_DinA2_r-edited-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1800\" height=\"1188\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/dreven-R_RW_Karten-03002_DinA2_r-edited-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1641\" style=\"width:155px;height:102px\" srcset=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/dreven-R_RW_Karten-03002_DinA2_r-edited-scaled.jpg 1800w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/dreven-R_RW_Karten-03002_DinA2_r-edited-scaled-300x198.jpg 300w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/dreven-R_RW_Karten-03002_DinA2_r-edited-scaled-1024x676.jpg 1024w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/dreven-R_RW_Karten-03002_DinA2_r-edited-scaled-768x507.jpg 768w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/dreven-R_RW_Karten-03002_DinA2_r-edited-scaled-1536x1014.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Karte: Rittersitz Haus Dreven, L\u00e4ndereien, Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karte R RW  03002<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Ende der 50er Jahre sind rund 8000 Arbeiter und Angestellte im <strong>Bayer Werk<\/strong> <strong>Uerdingen <\/strong>besch\u00e4ftigt. Das Werk vergr\u00f6\u00dferte sich weiter. Im Fr\u00fchjahr des Jahres 1957 wurde dazu die Wasserburg<strong> Rittersitz Haus Dreven<\/strong>, vermutlich aus dem mittleren 13. Jahrhundert stammend, nach Sonder-Entscheidung des damaligen nordrhein-westf\u00e4lischen Kultusministers, eingeebnet. <\/p>\n\n\n\n<p>Das <strong>Bayer Werk Uerdingen <\/strong>erbaute an dieser Stelle eine Gro\u00dfanlage f\u00fcr die Herstellung von wei\u00dfem Titandioxyd. Im Jahr 1962 wird auch die seit 1907 als Werkswohnsiedlung an der \u00f6stlichen  Friedensstra\u00dfe und Liebigstra\u00dfe entstandene und sogenannte Meistersiedlung abgerissen und durch Werksanlagen \u00fcberbaut.  <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">Chemieindustrie in den 70er Jahren<\/h2>\n\n\n\n<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg und dessen Zerst\u00f6rungen standen Umweltprobleme weder auf politischer noch auf der unternehmerischer Ebene im Vordergrund. Ganz anders als  in vielen amerikanischen St\u00e4dten, wo bereits heftige Debatten \u00fcber die Luft- und Wasserverschmutzung gef\u00fchrt wurden, musste sich die deutsche Gesellschaft erst einmal mit dem Wiederaufbau der <a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/bombardierung-krefelds\/\" data-type=\"page\" data-id=\"224\">bombardierten St\u00e4dte<\/a> besch\u00e4ftigen, den Millionen Vertriebener die neue Wohnorte ben\u00f6tigten. <\/p>\n\n\n\n<p>Gerade die chemische Industrie wurde in dieser schwierigen Zeit eine der wichtigsten Tr\u00e4ger des wirtschaftlichen Wiederaufbaus. Umweltverschmutzung wurde dabei als notwendiges \u00dcbel von der Bev\u00f6lkerung und auch den damit direkt, oder indirekt betroffenen Nachbarn akzeptiert. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Umsatz der Bayer AG betrug 2,8 Milliarden DM im Jahr 1960, die Gesamtausgaben der Umweltma\u00dfnahmen der Bayer Werke betrugen im Jahr 1963 nur 23 Millionen DM und im Jahr 1970 nur 91 Millionen DM.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Ortschaften um die Werke war eine starke Verbindung der Einwohner mit den Werken, als deren unmittelbare Arbeitgeber, oder den Arbeitsstellen in einem der regionalen Zulieferbetriebe gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Fr\u00fchzeit des Werks in <strong>Uerdingen<\/strong> ist bisher auch nicht bekannt ob dort eine vergleichbare Einrichtung, wie die 1901 eingerichtete &#8220;Abwasser Commission&#8221;<sup>6<\/sup> im  Leverkusener Bayer Werk, existiert hat. Dort wurde dem Abwasserproblem, ausgel\u00f6st durch die Proteste der unterhalb des Werks aktiven Fischer, zwar mit der Einrichtung jener  Commission begegnet, aber das Abwasser nun nicht wesentlich gereinigt, sondern es wurden letztendlich s\u00e4mtliche Fischereilizenzen durch das Werk aufgekauft.   <\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch stiegen nun die Auswirkungen f\u00fcr die Anwohner erheblich. F\u00fcr <strong>Uerdingen<\/strong> ist bisher noch unbekannt, wie oft und in welcher Intensit\u00e4t das Werk mit Beschwerden angegangen wurde. Hier spielte sicherlich der von <strong>Edmund ter Meer<\/strong> zur Gr\u00fcndung gew\u00e4hlte <strong>Standort<\/strong> fernab der Stadt eine Rolle und die hier vorherrschende Windrichtung weg von Uerdingen, Bockum und Krefeld.  <\/p>\n\n\n\n<p>Im Rhein war jedenfalls unterhalb der Werke ein umfangreiches Farbenspiel zu sehen. Auch hier ist das <strong>Chemiewerk<\/strong> unterhalb des Ortsteils <strong>Uerdingen<\/strong> weniger in den Fokus der Beh\u00f6rden geraten. W\u00e4hren die Br\u00fchen aus <strong>Leverkusen<\/strong> noch in D\u00fcsseldorf wahrzunehmen waren, folgen unterhalb Uerdingens einige Kilometer keine wesentlichen Ortschaften, aber schnell das erste einer ganzen Reihe von H\u00fcttenwerken die ebenso ihre Abw\u00e4sser einleiteten. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Beh\u00f6rden waren zudem zuerst auch gar nicht in der Lage selbst Proben zu analysieren. So kam es, dass auff\u00e4llige Wasserproben des Rheins zwar amtlich durch die Wasserschutzpolizei genommen wurden, dann aber den Labors der Bayer AG zur Auswertung \u00fcberlassen werden mussten.<\/p>\n\n\n\n<p>1960 berichtete die bei Bayer 1954 eingerichtete <strong>AWALU<\/strong> (Labor zur Untersuchung von Abwasser und Abluft) intern einem der Top-Manager, dass die Beschwerden alarmierend zugenommen h\u00e4tten und argumentierte, dass es nun nicht mehr ausreichen k\u00f6nnte einfach weiterhin zu behaupten, dass die Umweltverschmutzung unvermeidbar sei. Allerdings hatten die Manager der Werke nun Schwierigkeiten, sich innerhalb ihrer eigenen Belegschaft f\u00fcr h\u00f6heres Umweltbewusstsein durchzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch der Druck stieg, Chemie-Konzerne wie die <strong>Bayer AG<\/strong> bekamen nun ein zunehmendes negatives Image. Dazu trugen erheblich die nun immer wieder bekannt werdenden <strong>Umweltskandale am Rhein<\/strong> bei. <\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Bayer Sportf\u00f6rderung<\/strong> wurde in diesem Zusammenhang zu einer der <strong>Konzernstrategien f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeitsarbeit<\/strong>, das Image des Chemiekonzerns sollte durch das positive Image des Sports beeinflusst werden. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Alle Vereine die eine Sportf\u00f6rderung des Konzerns genossen, mussten sich in der \u00d6ffentlichkeit mit einem einheitlichen Erscheinungsbild pr\u00e4sentieren. Dazu z\u00e4hlte, dass die Aussendarstellung des Vereins der Corporate Identity der <strong>Bayer AG<\/strong> entsprechen sollte. Trikots, Bandenwerbung, Vereinsname trug das Bayer-Kreuz, die Vereinsfarbe und ein T\u00e4tigkeitspiktogramm. <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Logo_SV_Bayer_Uerdingen.svg\"><\/a><a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Logo_SV_Bayer_Uerdingen.svg\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Noch im Jahr 2015 unterst\u00fctzte der <strong>Bayer Konzern<\/strong> an den Standorten <strong>Leverkusen<\/strong>, <strong>Dormagen<\/strong>, <strong>Wuppertal<\/strong> und <strong>Krefeld-Uerdingen <\/strong>insgesamt 58 Sport-, Hobby- und Kulturvereine mit rund 50.000 Mitgliedern. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1961 Bayer Casino<\/h2>\n\n\n\n<p>1961 wird das Angestellten Speisehauses <strong>Bayer Casino<\/strong> und 1969 das 11 st\u00f6ckige Hochaus der <strong>Ingenieur- Verwaltung<\/strong> des Werks durch das Architekturb\u00fcro <strong>Hentrich, Petschnigg und Partner<\/strong> (HPP), gegen\u00fcber der zu Krefeld-Uerdingen geh\u00f6renden Ortschaft <strong>Hohenbudberg<\/strong> erbaut. <\/p>\n\n\n\n<p><button><a type=\"URL\" id=\"bayer-casino-und-ingenieur-verwaltung\" href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/bayer-casino-und-ingenieur-verwaltung\/\">Bayer Casino und Ingenieur- Verwaltung<\/a><\/button><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\" id=\"Hohenbudberg\">1967 das Dorf Hohenbudberg weicht der Erweiterung des Chemiewerks  <\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-41.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"713\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-41-1024x713.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1636\" style=\"width:201px;height:150px\" srcset=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-41-1024x713.png 1024w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-41-300x209.png 300w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-41-768x535.png 768w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-41-1536x1069.png 1536w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-41.png 1800w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ausschnitt <em>Karte: Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karte R RW 04177<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von 1967 bis 1978 kaufte die <strong>Bayer AG<\/strong> nach und nach alle Grundst\u00fccke Ortschaft <strong>Hohenbudberg<\/strong> vollst\u00e4ndig auf. Dort wohnten zuvor rund 2000 Menschen. <\/p>\n\n\n\n<p>S\u00e4mtliche H\u00e4user wurden durch Werksanlagen \u00fcberbaut. Erhalten blieb nur ein einzelnes historisches Wohnhaus und die \u00e4lteste Kirche Krefelds, die r\u00f6misch-katholische Kirche St. Matthias aus dem Jahr 1150.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/6069DF89-E942-4456-82A2-490F27E8C8DB_1_102_o.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1800\" height=\"1350\" data-id=\"2660\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/6069DF89-E942-4456-82A2-490F27E8C8DB_1_102_o.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2660\" srcset=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/6069DF89-E942-4456-82A2-490F27E8C8DB_1_102_o.jpeg 1800w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/6069DF89-E942-4456-82A2-490F27E8C8DB_1_102_o-300x225.jpeg 300w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/6069DF89-E942-4456-82A2-490F27E8C8DB_1_102_o-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/6069DF89-E942-4456-82A2-490F27E8C8DB_1_102_o-768x576.jpeg 768w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/6069DF89-E942-4456-82A2-490F27E8C8DB_1_102_o-1536x1152.jpeg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Letztes verbliebenes Haus in Hohenbudberg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/IMG_7605-scaled.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1800\" height=\"2400\" data-id=\"2668\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/IMG_7605-scaled.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2668\" srcset=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/IMG_7605-scaled.jpeg 1800w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/IMG_7605-scaled-225x300.jpeg 225w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/IMG_7605-scaled-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/IMG_7605-scaled-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/IMG_7605-scaled-1536x2048.jpeg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">St. Matthias, Hohenbudberg<\/figcaption><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1970-80er Umweltschutz in Krefeld-Uerdingen<\/h2>\n\n\n\n<p>Der \u00f6ffentliche Druck auf Politiker wuchs. Ihre W\u00e4hler forderten nun, endlich etwas gegen die Umweltverschmutzung zu tun. B\u00fcrger machten die Chemiewerke f\u00fcr schaumige Fl\u00fcsse und schlechte Ger\u00fcche verantwortlich. Daher sollte der Umweltschutz f\u00fcr den Chemiekonzern Bayer wie auch f\u00fcr andere Chemiewerke eines der wichtigsten Zukunfts-themen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur sehr wenige Chemiewerke hatten bisher \u00fcberhaupt Abwasserreinigungsanlagen, Uerdingen nicht. In der 1970 erschienenen Ausgabe 38 des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL war im Artikel <strong><a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20220928195850\/https:\/\/magazin.spiegel.de\/EpubDelivery\/spiegel\/pdf\/44906609\">Der Rhein zwischen Basel und Duisburg<\/a><\/strong> getitelt worden: &#8220;<em>Sollen wir den Generaldirektor einsperren?<\/em>&#8221; und &#8220;&#8230;die Farbenfabriken Bayer am Rhein f\u00e4rben flei\u00dfig: Rot, blau und grau treiben ihre Abw\u00e4sser ins Flu\u00dfbett. Die Konzerne errichten nun zwar, unter dem Druck des Gesetzgebers, auch Kl\u00e4ranlagen&#8230;&#8221; <\/p>\n\n\n\n<p>DER SPIEGEL berichtet vom Rheinkilometer 766 auf H\u00f6he des <strong>Bayer Werks<\/strong>: &#8220;<em>Im Rheinwasser sind erhebliche Mengen an \u00d6l- und Fettschlieren, ferner Gem\u00fcsereste und F\u00e4kalien vorhanden.<\/em>&#8221; <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20220928195850\/https:\/\/magazin.spiegel.de\/EpubDelivery\/spiegel\/pdf\/44906609\">Link zum Artikel<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>Der Konzern schreibt in &#8220;<strong>Meilensteine, 125 Jahre Bayer 1863-1988<\/strong>&#8221; im Kapitel <em>Umweltschutz geh\u00f6rt zu Bayer<\/em>: &#8220;<em>In den ersten Nachkriegsjahren suchten sich die Menschen in Europa m\u00f6glichst schnell f\u00fcr die Entbehrungen der Kriegsjahre zu entsch\u00e4digen. Die Industrie mu\u00dfte produzieren, viel und schnell. Dies entsprach dem ausdr\u00fccklichen Wunsch aller.<\/em>&#8220;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\" id=\"kunst\">1972 Kunst macht auf die Zust\u00e4nde in ganz Krefeld aufmerksam<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Konzeptk\u00fcnstler <strong>Hans Haacke<\/strong> weist 1972 in einer in Krefeld gezeigten Installation auf die enorme Umweltverschmutzung des Rheins aus der Stadt und den Betrieben hin: <\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong><em>Rhinewater Purification Plant<\/em><\/strong> wurde in der ehemaligen <a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/verseidag\/\" data-type=\"page\" data-id=\"153\">Fabrikantenvilla von Hans Lange<\/a> installiert. Sie zeigte den \u00e4sthetischen Aufbau einer Kl\u00e4ranlage (die aber in Krefeld fehlte) mit kontaminiertem Wasser, das normalerweise im Rhein landen w\u00fcrde, und Reinigungssystem mit Goldfisch.  <\/p>\n\n\n\n<p>Die mahnende Installation war ihrer Zeit weit voraus und gab einer ganzen Reihe anderer K\u00fcnstler Impulse, ihre Rolle bei der Auseinandersetzung mit Fragen der \u00f6kologischen Nachhaltigkeit zu finden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Im Gespr\u00e4ch erkl\u00e4rte Haacke r\u00fcckblickend: &#8220;<em>In 1972, the City of Krefeld poured about 11 billion gallons of untreated wastewater into the Rhine. As part of a large triptych in my installation, I listed all contributors to this mess, including the number of gallons of their respective contribution. The largest polluter was a factory situated right on the Rhine that was part of the giant Bayer group of corporations.<\/em>&#8221; <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Siehe SFAQ \/ NYAQ \/ LXAQ INTERNATIONAL ART AND CULTURE<br><a href=\"http:\/\/sfaq.us\/2016\/06\/hans-haacke-in-conversation-with-terri-cohn\/\">http:\/\/sfaq.us\/2016\/06\/hans-haacke-in-conversation-with-terri-cohn\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Das <em><strong>Krefeld Sewage Triptych<\/strong><\/em> stellte die Rhinewater Purification Plant Installation in den Kontext der enormen Abwassermengen der Stadt, die ungefiltert in den Rhein liefen. Zentral war ein Foto, auf dem der dreckige Rhein mit M\u00f6wen und im Hintergrund eine Fabrik zu sehen war, rechts und links die Mengen eingeleiteter Abw\u00e4sser, die 1971 in Krefeld in den Rhein liefen. <\/p>\n\n\n\n<p>Darunter das Bayer Werk als der gr\u00f6\u00dfte Abwassereinleiter, mit dem 20fachen der Abwassermenge, die alle Einwohner der Stadt Krefeld zusammen produzierten:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>Absetzbare Stoffe, die in den Rhein eingeleitet wurden&nbsp;<\/td><td class=\"has-text-align-right\" data-align=\"right\">14600 t<\/td><\/tr><tr><td>Gel\u00f6ste Stoffe, die in den Rhein eingeleitet wurden&nbsp;<\/td><td class=\"has-text-align-right\" data-align=\"right\">7500 t<\/td><\/tr><tr><td>Einwohner der Stadt Krefeld 1971: 215.000&nbsp;<\/td><td class=\"has-text-align-right\" data-align=\"right\">9.000.000 cbm<\/td><\/tr><tr><td>Farbenfabrik Bayer AG Uerdingen<\/td><td class=\"has-text-align-right\" data-align=\"right\">164.250.000 cbm<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class=\"wp-element-caption\"><a href=\"https:\/\/static1.squarespace.com\/static\/52f5eb0ee4b013e3f9433ecd\/t\/58a1dea01b10e3f74fb8aaf9\/1487003301465\/Gentili+Haacke.pdf\">Siehe: Ecology and Economics in the Art of Hans Haacke: In what ways do ecology and economics interrelate in Hans Haacke\u2019s work from the 1960s onwards? von Giulia Gentili, University of Edinburgh<\/a> und Film des <a href=\"https:\/\/fb.watch\/3i7jjk9WTX\/\">Zentralinstitut f\u00fcr Kunstgeschichte M\u00fcnchen<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1973 Gesetzesentwurf zum Abwasserabgabengesetz<\/h2>\n\n\n\n<p>Nach erheblichem \u00f6ffentlichen Druck, einem &#8220;Rhein-Gutachten&#8221; und sich verst\u00e4rkenden Protesten der Umweltschutz- Organisationen reagierte die Bundesregierung 1973 und formulierte erstmals einen Gesetzesentwurf f\u00fcr das \u201eGesetz \u00fcber Abgaben f\u00fcr das Einleiten von Abwasser in Gew\u00e4sser\u201c (<strong>Abwasserabgabengesetz \u2013 AbwAG)<\/strong>. Das Gesetz sollte die <strong>Pflicht zur Zahlung von Abgaben<\/strong> f\u00fcr das <strong>Einleiten von Abwasser <\/strong>(Schmutzwasser, Niederschlagswasser) in Gew\u00e4sser regeln. Das Einleiten von schmutzigem oder gar ungereinigtem Abwasser w\u00fcrde nun sehr teuer werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Kommunen<\/strong> und die <strong>Industrie<\/strong> mussten rasch reagieren und entweder bestehende Kl\u00e4ranlagen deutlich verbessern oder -falls noch keine Anlage bestand- diese sehr schnell einrichten. Ansonsten drohten j\u00e4hrlich Millionen Ausgaben f\u00fcr die Einleitung von unbehandeltem Abwasser. Das Gesetz ist am 1. Januar 1978 inkraft getreten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\" id=\"klaeranlage\">1975 geht die erste Kl\u00e4ranlage im Bayer-Werk Uerdingen in Betrieb<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Bayer-Konzern hatte bereits auf die sich Jahre zuvor anbahnenden Diskussionen zur Gesetzesvorlage des <strong>AbwAG<\/strong> reagiert und 1971 seine erste Kl\u00e4ranlage in Leverkusen in Betrieb genommen. Die Anlage in Uerdingen sollte darauf folgen.   <\/p>\n\n\n\n<p>Die Stadt Krefeld hatte seit 1962 kein Kl\u00e4rwerk mehr in Betrieb und wollte nun in Hohenbudberg das neue Kl\u00e4rwerk bauen, doch jener Platz wurde dann durch das Chemiewerk belegt. <\/p>\n\n\n\n<p>Hintergrund: Das heute als Industriedenkmal erhaltene erste <a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/klaerwerk-der-stadt-krefeld\/\"><strong>Kl\u00e4rwerk der Stadt Krefeld<\/strong><\/a> war 1962 technisch veraltet und in den verdienten Ruhestand verabschiedet worden. Ein neues Kl\u00e4rwerk sollte urspr\u00fcnglich an gleicher Stelle entstehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Dies war technisch (mit biologischer Abwasserreinigung und den damit verbundenen Becken) am alten Standort in <strong>Uerdingen<\/strong> am Rundweg aufgrund von Platzmangel und aufgrund der erheblichen Geruchbelastung einer gro\u00dfen Kl\u00e4ranlage nicht mehr m\u00f6glich. Die Standortsuche lief weiter.  <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-93.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"846\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-93-846x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3154\" style=\"width:199px;height:241px\" srcset=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-93-846x1024.png 846w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-93-248x300.png 248w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-93-768x930.png 768w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-93.png 1182w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Printanzeige zum Kl\u00e4rwerk<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Als das Bayer Werk seine erste Kl\u00e4ranlage bauen wollte, wurde das Gel\u00e4nde in Hohenbudberg erworben.  1975 ging die Anlage in Betrieb und reinigte von da an bis zu 20 Millionen Liter Abwasser des Werks pro Tag.<\/p>\n\n\n\n<p>Da der Standort Hohenbudberg belegt war, musste die Stadt Krefeld ihr neues Kl\u00e4rwerk fern ab vom Rhein am <strong>Elfrather See<\/strong> errichten. Dieses ging  <em>in den ersten Teilbetrieb<\/em> zuerst erneut nur mit einer Rechenanlage, erst 1980 konnte dort eine biologische Reinigung im vergleichsweise exotischen A-B Verfahren in Betrieb genommen werden. Neben dem kommunalen Kl\u00e4rwerk entstand eine Kl\u00e4rschlamm- und M\u00fcllverbrennungsanlage. <\/p>\n\n\n\n<p>Das am Elfrather See gereinigte Abwasser wird nun mit Pumpen zur\u00fcck bis zum Rhein gef\u00f6rdert und an der alten Einlasstelle des ersten Kl\u00e4rwerks bei Uerdingen, nahe der \u00d6lfabrik <a data-type=\"page\" data-id=\"1288\" href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/holtz-willemsen\/\">Holtz und Willemsen<\/a>, in den Rhein abgegeben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1977 10.000 Mitarbeiter und 1000 Produkte<\/h2>\n\n\n\n<p>Mittlerweile wurden in Uerdingen \u00fcber 1000 Produkte hergestellt, von Eisenoxidpigmenten \u00fcber Konservierungsmittel, Kunststoffe bis hin zu Klebstoffen. Die Anzahl der Mitarbeiter lag bei rund 10.000 Menschen. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">Chemieunf\u00e4lle am Rhein<\/h2>\n\n\n\n<p>Nach dem Sandoz-Gro\u00dfbrand bei Basel am 1. November 1986 floss eine Welle des giftigen, mit Pestiziden belasteten L\u00f6schwassers entlang des Rheins zur Nordsee. Wenig sp\u00e4ter ereignete sich bei der BASF in Ludwigshafen ein <em>St\u00f6rfall mit 2000t Herbiziden. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Am 25. November 1986 gelangten in Uerdingen mindestens 100 kg des giftigen Stoffes <strong>Chlormetakresol<\/strong> in den Rhein. Dieser St\u00f6rfall im Bayer Chemiewerk wurde nur durch Zufall \u00f6ffentlich. Denn Mitarbeiter des <strong>Staatlichen Amtes f\u00fcr Wasser- und Abfall Wirtschaft<\/strong> hatten an diesem Tag zuf\u00e4llig Proben aus dem Rhein genommen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen folgten umgehend, die Polizei verh\u00f6rte den damaligen Werksleiter Dr. Friedrich Haas und weitere Mitarbeiter im Werk. Die Untersuchungen wurden allerdings eingestellt, da keine f\u00fcr eine Anklage erforderliche schuldige Person ermittelt werden konnte. <\/p>\n\n\n\n<p>Am 07. Februar 1987 beschwerten sich die B\u00fcrger in <strong>M\u00fcndelheim<\/strong> und <strong>Duisburg<\/strong><br>\u00fcber scharfen Gestank. Im Werk war<em> <strong>Chlorkresol<\/strong> <\/em>entwichen und trieb in einer Wolke nach Osten.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 11. September 1987 gelangten erneut 650kg <strong>Chlorkresol<\/strong> und weitere 900kg unchlorierte Kresole in den Rhein. Ursache war diesmal ein St\u00f6rfall im Uerdinger Alkylier-Betrieb.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 19. November 1987 tagte der <strong>Umweltaus\u00adschuss des Rates der Stadt Krefeld<\/strong> zum Thema <strong>Chlormetakresol<\/strong> im <a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/bayer-casino-und-ingenieur-verwaltung\/\" data-type=\"page\" data-id=\"2753\">Bayer-Casino in Uerdingen<\/a>. Werksleiter Dr. Friedrich Haas be\u00adrichtete dort, dass das Uerdinger Werk t\u00e4glich 8t Abw\u00e4sser in den Rhein einleite. Die Ursache f\u00fcr den letzten St\u00f6rfall seien L\u00f6cher im K\u00fchlkreislauf.<\/p>\n\n\n\n<p><em>1987 waren in den f\u00fcnf Bayer Werken insgesamt 88.628 Mitarbeiter besch\u00e4ftigt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1995 Ende der Profi-Fu\u00dfball-F\u00f6rderung in Uerdingen <\/h2>\n\n\n\n<p>1995 gab die <strong>Bayer AG<\/strong> die Einstellung der F\u00f6rderung des in der Bundesliga spielenden <strong>FC Bayer Uerdingen 05<\/strong> bekannt und konzentrierte sich von da an auf die Leverkusener Bundesliga-Mannschaft. Die professionelle Fu\u00dfballabteilung ist in den <strong><a href=\"https:\/\/www.kfc-uerdingen.de\/ueber-uns\/\">KFC Uerdingen 05<\/a><\/strong> \u00fcbergegangen, der \u00fcbrige Breitensport geh\u00f6rt seit dem zum <strong><a href=\"https:\/\/www.scbayer05.de\">SC Bayer 05 Uerdingen<\/a><\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>2008 wurden bei den Bundesliga-Teams im Basketball, Volleyball und Handball sowie in der Leichtathletik Mittel gek\u00fcrzt. Die Begr\u00fcndung lautete, die Werbewirksamkeit sei nicht mehr gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>2011 ver\u00e4nderte <strong>Bayer<\/strong> die Sportf\u00f6rderung aller Niederrhein-Standorte erneut und konzentrierte sich im Rahmen eines &#8220;<em>Drei-Jahres-Plans<\/em>&#8221; auf sechs Breitensport- Gro\u00dfvereine. In Uerdingen verblieben vorerst der <strong><a href=\"https:\/\/usv-08.de\">SV Bayer Uerdingen 08<\/a><\/strong> und der <strong><a href=\"https:\/\/www.scbayer05.de\">SC Bayer 05 Uerdingen<\/a><\/strong> in der F\u00f6rderung erhalten. Sp\u00e4ter \u00fcbernahmen andere Spinnoff-Marken der Bayer AG die F\u00f6rderungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Den kleineren Vereinen wurde nahegelegt, mit anderen Vereinen zu kooperieren oder als Abteilung in einem der Gro\u00dfvereine aufzugehen. Als Begr\u00fcndung wurde angegeben, die Anzahl der <strong>Bayer-Mitarbeiter <\/strong>in den Sportvereinen sei teilweise auf unter 20% zur\u00fcckgegangenen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">1990 Baywoge verkauft in Krefeld rund 1600 Wohnungen<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Bayer Wohnungsbaugesellschaft <strong>Baywoge<\/strong> verkaufte 1990 ihre rund 1.600 Wohnungen in Krefeld, Bockum und Uerdingen, deren gr\u00f6\u00dfter Teil sich in <a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/siedlung-gartenstadt\/\" data-type=\"page\" data-id=\"3519\">Krefeld-Gartenstadt<\/a> befand, an die <strong>THS<\/strong> (Treuhandstelle GmbH) in Essen. Die THS ist 2012 in die Vivawest \u00fcbergegangen. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">2002 Bayer beginnt den Konzernumbau auch in Uerdingen<\/h2>\n\n\n\n<p>Die <strong>Bayer AG<\/strong> begann 2002, zeitgleich zum 125-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um des Werks in <strong>Uerdingen<\/strong>,  mit der Umstrukturierung und der Ausgliederung von Unternehmensbereichen, deren Auswirkungen auch das <strong>Uerdinger Werk<\/strong> betreffen sollten. <\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Bayer-Belegschaft<\/strong><em> des Werks<\/em> betrug zu dieser Zeit rund 6000 Mitarbeiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Im November 2004 fand eine au\u00dferordentliche Hauptversammlung der <strong>Bayer AG<\/strong> statt, bei der ann\u00e4hernd die gesamte anwesende Kapitalseite f\u00fcr eine Abspaltung weiter Teile der  Chemieaktivit\u00e4ten und etwa einem Drittel der <strong>Polymer<\/strong> Sparte der <strong>Bayer AG<\/strong> in die neu gegr\u00fcndete Aktiengesellschaft <strong>Lanxess<\/strong> stimmte. Dies betraf in <strong>Uerdingen<\/strong>, als den zweitgr\u00f6\u00dften Produktionsstandort, \u00fcber 1.700 Mitarbeiter.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">2003 kauft das Bayer Werk die Friedensstra\u00dfe der Stadt Krefeld ab<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Friedensstra\u00dfe stellte die historische Ost-West Verbindung zwischen Hohenbudberg und Krefeld dar. Urspr\u00fcnglich hie\u00df dieser Weg &#8220;Holzgasse&#8221;. Im Jahr 2003 wurde die Friedensstra\u00dfe in das Bayer Werksgel\u00e4nde integriert <em>und ist nur nicht f\u00fcr Werksangeh\u00f6rige befahrbar.  <\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"leaflet-map WPLeafletMap\" style=\"height:300px; width:100%;\"><\/div><script>\nwindow.WPLeafletMapPlugin = window.WPLeafletMapPlugin || [];\nwindow.WPLeafletMapPlugin.push(function WPLeafletMapShortcode() {\/*<script>*\/\nvar baseUrl = atob('aHR0cHM6Ly97c30udGlsZS5vcGVuc3RyZWV0bWFwLm9yZy97en0ve3h9L3t5fS5wbmc=');\nvar base = (!baseUrl && window.MQ) ?\n    window.MQ.mapLayer() : L.tileLayer(baseUrl,\n        L.Util.extend({}, {\n            detectRetina: 1,\n        },\n        {\"subdomains\":\"abc\",\"noWrap\":false,\"maxZoom\":20}        )\n    );\n    var options = L.Util.extend({}, {\n        layers: [base],\n        attributionControl: false\n    },\n    {\"zoomControl\":true,\"scrollWheelZoom\":true,\"doubleClickZoom\":false,\"fitBounds\":false,\"minZoom\":1,\"maxZoom\":20,\"maxBounds\":null,\"attribution\":\"<a href=\\\"http:\\\/\\\/leafletjs.com\\\" title=\\\"Eine Javascript-Bibliothek f\\u00fcr interaktive Karten\\\">Leaflet<\\\/a>; \\u00a9 <a href=\\\"http:\\\/\\\/www.openstreetmap.org\\\/copyright\\\">OpenStreetMap<\\\/a> Mitwirkende\"},\n    {});\nwindow.WPLeafletMapPlugin.createMap(options).setView([51.3725,6.657],15);window.WPLeafletMapPlugin.createScale({});});<\/script><script>\nwindow.WPLeafletMapPlugin = window.WPLeafletMapPlugin || [];\nwindow.WPLeafletMapPlugin.push(function WPLeafletLineShortcode() {\/*<script>*\/\nvar previous_map = window.WPLeafletMapPlugin.getCurrentMap();\nvar group = window.WPLeafletMapPlugin.getCurrentGroup();\nvar shape = L.polyline([[51.37060157771653479130691266618669033050537109375,6.649882793426513671875],[51.37125795773213354777908534742891788482666015625,6.651341915130615234375],[51.37170000427686744615130010060966014862060546875,6.655075550079345703125],[51.3717401901147496801058878190815448760986328125,6.655547618865966796875],[51.3724367390340148631366901099681854248046875,6.657478809356689453125],[51.37270463964279088031616993248462677001953125,6.660096645355224609375],[51.3728921691362216961351805366575717926025390625,6.66153430938720703125],[51.37389677834269008371848030947148799896240234375,6.6644954681396484375]], {\"color\":\"red\"});\nvar fitbounds = 0;\nshape.addTo( group );\nif (fitbounds) {\n    \/\/ zoom the map to the shape\n    previous_map.fitBounds( shape.getBounds() );\n}\nwindow.WPLeafletMapPlugin.lines.push( shape );});<\/script><p><\/p>\n\n\n\n<p>Die Stra\u00dfe war auch nach der Werkserweiterung der sp\u00e4ten 1950er Jahre nach Norden, siehe &#8220;Haus Dreven&#8221;, erhalten geblieben. <em>Rechts und links der Stra\u00dfe<\/em> fuhr man seit dem mitten durch das Chemiewerk. Bis jetzt ist die Stra\u00dfe erhalten geblieben, sie dient heute aber nur dem internen Werksverkehr.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/IMG_7355-scaled.jpeg\"><img decoding=\"async\" data-id=\"3173\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/IMG_7355-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3173\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">ehemalige Friedensstra\u00dfe, Krefelder Seite, Stra\u00dfenlaternen beleuchten nun eine Wiese<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-147.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"622\" data-id=\"4455\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-147-1024x622.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4455\" srcset=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-147-1024x622.png 1024w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-147-300x182.png 300w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-147-768x467.png 768w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-147-1536x934.png 1536w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-147.png 1800w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Friedensstra\u00dfe im Werk<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-95.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"747\" data-id=\"3174\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-95-1024x747.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3174\" srcset=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-95-1024x747.png 1024w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-95-300x219.png 300w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-95-768x560.png 768w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-95-1536x1120.png 1536w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-95.png 1800w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Friedensstra\u00dfe in Hohenbudberg,  innerhalb des Werks<\/figcaption><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">2006 Projekt eines 750MW Steinkohle-Kraftwerks<\/h2>\n\n\n\n<p>Bei der Planung des urspr\u00fcnglich mit Steinkohlefeuerung geplanten <strong>Kraftwerks<\/strong> auf dem <strong>Werksgel\u00e4nde in Uerdingen<\/strong> stie\u00df das 1999 als Gemeinschaftsunternehmen von Stadtwerken, kommunalen und regionalen Versorgungsunternehmen gegr\u00fcndete Unternehmen <strong>Trianel<\/strong> auf deutlichen Widerstand seitens lokaler <strong>B\u00fcrgerinitiativen<\/strong> und des <strong>Bundes f\u00fcr Umwelt und Naturschutz<\/strong> (<strong>BUND<\/strong>). <\/p>\n\n\n\n<p>Das Kraftwerk sollte durch Currenta, den Betreiber des Chemiewerks, genutzt und bedient werden. Die Landesregierung unterst\u00fctzte das Vorhaben, der Krefelder Stadtrat lehnte allerdings 2007 ab, gab aber 2009 die Zustimmung zum Projekt. Das Einwendungsverfahren, an dem sich rund 23 000 Personen beteiligten, zeigte unter anderm die Kritik an der Steinkohle als Energietr\u00e4ger. <\/p>\n\n\n\n<p>Unter dem hohen \u00f6ffentlichen Druck weiterer juristischer Auseinandersetzungen und aufgrund der darauf erheblich gestiegenen wirtschaftlichen Risiken, wurden die Pl\u00e4ne in ein Gas- und Dampfturbinenkraftwerk ge\u00e4ndert, welches bisher nicht gebaut wurde. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">2007 Markennamen ChemPark, Currenta, Covestro eingetragen<\/h2>\n\n\n\n<p>Die bereits 2002 begonnene Umstrukturierung des <strong>Bayer AG Konzerns<\/strong> mit Umfirmierungen in dichter Folge, Out-Sourcings und Verk\u00e4ufen<em> <\/em>(s.o. der Unternehmensteil <strong>Lanxess<\/strong> wurde schon 2004 eigenst\u00e4ndig) setzte sich mit neuen Markennamen und nun eigenst\u00e4ndigen Unternehmen f\u00fcr Sparten oder Werksteile fort. Es entstanden die Marken und Unternehmensteile <strong>Currenta<\/strong>, <strong>Covestro<\/strong>, <strong>Chempark<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">2009 Kohlenstoffmonoxid-Pipeline<\/h2>\n\n\n\n<p>Die 67km lange Pipeline sollte dem Transport von <strong>Kohlenstoffmonoxid<\/strong> (CO), das im Chemiestandort <strong>Dormagen<\/strong> als Nebenprodukt entsteht, zum Chemiestandort <strong>Uerdingen<\/strong> dienen. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach B\u00fcrgerprotesten, bei denen es um die Kritik an der Vergiftungsgefahr durch das  toxische CO ging, nach dem Wechsel der Landesregierung und nach Klagen gegen das Projekt ist die 2009 fertiggestellte Pipeline bisher nicht in Betrieb gegangen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">2015 Beleuchtung des Bayer Kreuz in Uerdingen wird abgeschaltet<\/h2>\n\n\n\n<p>Das <strong>Bayer-Kreuz<\/strong> stand seit 1963 auf dem Dach eines Werksgeb\u00e4udes und hatte einen Durchmesser von \u00fcber 20 Metern. Nachts wurde es mittels Leuchtstoffr\u00f6hren beleuchtet und war aus mehreren Kilometern Entfernung zu sehen. Das <strong>Bayer-Kreuz<\/strong> in <strong>Uerdingen<\/strong> war allerdings bedeutend kleiner als das bereits 1953 am Werk in <strong>Leverkusen<\/strong> zwischen Schornsteinen aufgespannte Leuchtschild, das 51 Meter Durchmesser hat. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-4 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/kreuz.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"646\" data-id=\"1576\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/kreuz.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1576\" srcset=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/kreuz.jpeg 1024w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/kreuz-300x189.jpeg 300w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/kreuz-768x485.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bayer Kreuz Werk Uerdingen. Copyright-Hinweis: Kn\u00f6chel, Franz-Josef \/ CC-BY-NC-SA 3.0<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/Vespa.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"646\" data-id=\"3547\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/Vespa.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3547\" srcset=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/Vespa.jpeg 1024w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/Vespa-300x189.jpeg 300w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/Vespa-768x485.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Bayer Kreuz Werk Uerdingen. Copyright-Hinweis: Kn\u00f6chel, Franz-Josef \/ CC-BY-NC-SA 3.0<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Da die <strong>Bayer AG<\/strong> zuvor die Eigenst\u00e4ndigkeit der Marke und des Unternehmensteils  <strong>Covestro<\/strong>, der ehemaligen Kunststoffsparte, bekannt gegeben hatte, wurde im November 2015 die Stromversorgung des <strong>Uerdinger Bayer-Kreuzes<\/strong> unterbrochen, 2016 wurde das Kreuz demontiert. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/161119_8592_01_lr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"930\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/161119_8592_01_lr.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3542\" srcset=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/161119_8592_01_lr.jpg 930w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/161119_8592_01_lr-300x258.jpg 300w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/161119_8592_01_lr-768x661.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abbau des Bayer-Kreuzes \u2013&nbsp;Ende eines Uerdinger Wahrzeichens. \u00a9 <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20250125223747\/http:\/\/droste-orlowski.de\/\">Edgar Droste-Orlowski<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">2020 Abriss Bayer Casino <\/h2>\n\n\n\n<p><em>Nachdem bereits am 09.08.2013 ein Abrissantrag f\u00fcr das werksintern als Geb\u00e4ude R 55 bezeichnete Bayer Casino gestellt wurde, dieses umgehend am 21.08.2013 unter vorl\u00e4ufigen Denkmalschutz gestellt war, anschlie\u00dfend ein positives Gutachten zum Denkmalwert erstellt wurde, erfolgte ein Gerichtsstreit.<\/em> In einem umstrittenen Urteil bekam das Werk die Erlaubnis, das Geb\u00e4ude abzurei\u00dfen. <\/p>\n\n\n\n<p>Ende 2020 sind die letzten Reste der ehemaligen Angestellten- Speiseanstalt planiert und zur Wiese umgestaltet worden. <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/bayer-casino-und-ingenieur-verwaltung\/\" type=\"URL\" id=\"bayer-casino-und-ingenieur-verwaltung\"><button>Bayer Casino und Ingenieur- Verwaltung<\/button><\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">Ende des Markennamens \u201eBayer\u201c in Uerdingen<\/h2>\n\n\n\n<p>Im Jahr 2020 wurde der Verkauf des gesamten Werksgel\u00e4ndes und des Unternehmensteils <strong>Currenta<\/strong> an das australische Investmentbanking- und Wertpapierhandelsunternehmen <strong>Macquarie<\/strong> bekannt. <\/p>\n\n\n\n<p>In <strong>Uerdin<\/strong><em><strong>gen<\/strong> endete damit nach 104 Jahren die 1916 begonnene Zusammenarbeit in Uerdingen, mit dem vollst\u00e4ndigen R\u00fcckzug des Markenamens <strong>Baye<\/strong><\/em><strong>r<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">Chemiestandort Uerdingen<\/h2>\n\n\n\n<p>Das mittlerweile 260 Hektar gro\u00dfe Areal das unter dem Markennamen &#8220;<a href=\"https:\/\/www.chempark.de\/de\/chempark-krefeld-uerdingen.html\">Chempark<\/a>&#8221; in Uerdingen firmiert, ist laut Angaben der Betreibergesellschaft &#8220;<a href=\"https:\/\/www.currenta.de\">Currenta<\/a>&#8221; der weltgr\u00f6\u00dfte Produktionsstandort von anorganischen Pigmenten. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/3BBAC977-872A-4461-9072-429E9F0DEE0A.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"229\" height=\"320\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/3BBAC977-872A-4461-9072-429E9F0DEE0A.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6206\" srcset=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/3BBAC977-872A-4461-9072-429E9F0DEE0A.jpeg 229w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/3BBAC977-872A-4461-9072-429E9F0DEE0A-215x300.jpeg 215w\" sizes=\"auto, (max-width: 229px) 100vw, 229px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Gedenktafel f\u00fcr Geheimrat Dr. ter Meer, die im Werk an der Stelle angebracht ist, an der der erste Betrieb gestanden hat. Foto: Bertold Edinger, 1971<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Eines der bekanntesten hier hergestellten Chemieprodukte ist Polycarbonat, das unter dem Markennamen Makrolon vertrieben wird. Im Chemiewerk werden Polyurethane, Polyamide, Adipins\u00e4ure, Farbpigmente sowie Zwischenprodukte f\u00fcr Pflanzenschutzmittel, Geruchs- und Geschmacksstoffe in 40 Betrieben hergestellt. <\/p>\n\n\n\n<p>Die bisher fossil-basierte Kunststoffproduktion soll durch Kreislaufwirtschaft und neuartige aus Biomasse hergestellte Hochleistungskunststoffe in Zukunft einen geringeren \u00f6kologischen Fussabdruck bekommen. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Chemiestandort Uerdingen arbeiten mehr als 8.500 Mitarbeiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Anfang Oktober 2024 war bekannt geworden, dass das staatliche \u00d6lunternehmen Adnoc aus den Vereinigten Arabischen Emiraten den deutschen Kunststoffkonzern Covestro \u00fcbernehmen wird, die ehemalige Bayer- Material Science.<\/p>\n\n\n\n<p>Rund zehn Jahre nach dem B\u00f6rsengang im Jahr 2015 hat die ehemalige Bayer-Tochter  einen neuen Eigent\u00fcmer bekommen.&nbsp;Im vom Betreiber Currenta verwalteten Werk Uerdingen sind, neben den ehemaligen Bayer T\u00f6chtern Covestro und Lanxess, noch mehre weitere Unternehmen t\u00e4tig. <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.currenta.de\">https:\/\/www.currenta.de<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.chempark.de\/de\/chempark-krefeld-uerdingen.html\">https:\/\/www.chempark.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.covestro.com\/de\">https:\/\/www.covestro.com\/de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/lanxess.com\/de-de\">https:\/\/lanxess.com\/de-de<\/a><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-top is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-top is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/klaerwerk-der-stadt-krefeld\/\" data-type=\"page\" data-id=\"1417\">Kl\u00e4rwerk der Stadt Krefeld in Uerdingen<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/bayer-casino-und-ingenieur-verwaltung\/\" data-type=\"page\" data-id=\"2753\">Bayer Casino und Bayer Ingenieur-Verwaltung<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-vertically-aligned-top\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><a href=\"http:\/\/www.rheinische-industriekultur.com\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"340\" height=\"275\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/Button-RI-on-2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-291 size-full\" srcset=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/Button-RI-on-2.png 340w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/Button-RI-on-2-300x243.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 340px) 100vw, 340px\" \/><\/a><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p><a href=\"https:\/\/www.rheinische-industriekultur.com\/seiten\/objekte\/orte\/krefeld\/objekte\/weiler_ter_meer.html\">Farbwerk E. Ter Meer &amp; Co \/ Chemische Fabriken Weiler-ter Meer \/ Bayer AG Werk Krefeld-Uerdingen \/ Currenta-Chempark&nbsp;<\/a><br>von Stefanie van de Kerkhof&nbsp;<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Quellen:<br><sup>1 <\/sup>zur Produktion der Sprengstoff Stabilisatoren Centralit I und II im Ersten- bis Zweiten Weltkrieg in Uerdingen: Umweltrelevanz pulvertypischer Verbindungen auf R\u00fcstungsaltstandorten, T. Bausinger, A. Schwendner, Altlastenspektrum Nr. 27, 2018<\/p>\n\n\n\n<p><sup>2<\/sup> Es begann mit Anilin: Organische Zwischen\u00adprodukte und anorganische Chemikalien bei den Chemischen Fabriken vorm. Weiler-ter Meer und ihren Vorg\u00e4ngerfirmen in K\u00f6ln und Uerdingen, Dr. Wolfgang Scheinert, Mitteilungen Gesellschaft Deutscher Chemiker \/ Fachgruppe Geschichte der Chemie, Frankfurt\/Main, Band 24, 2014<\/p>\n\n\n\n<p><sup>3 <\/sup>Combined Intelligence Objectives Sub-Committee (C.I.O.S.) Report XXVII-80, Supreme Headquarters Allied Expeditionary Force. G-2 (Intelligence) Division. Operational Intelligence Sub-Division. 2\/13\/1944-7\/14\/1945 <\/p>\n\n\n\n<p><sup>4 <\/sup>Preuss, Johannes and Ulrich Schneider. 2005. R\u00fcstungsaltlasten in Deutschland. In Boden gut gemacht. Die Sanierung des R\u00fcstungsaltstandortes Stadtallendorf, ed. Hessisches Ministerium f\u00fcr Umwelt. Wiesbaden: Hessisches Ministerium f\u00fcr Umwelt, 21\u201363.<\/p>\n\n\n\n<p><sup>5<\/sup> Die Entwicklung des Sports in Leverkusen. Eine historische Analyse von 1880\u20132015, Dissertation, K\u00f6ln, Fabian B\u00f6cker, 2016<\/p>\n\n\n\n<p><sup>6<\/sup> Werks Kl\u00e4ranlage Leverkusen, Currenta, Stand: M\u00e4rz 2010<br><a href=\"http:\/\/www.chempark.com\/tl_files\/currenta\/medien\/currenta\/downloads\/pdf\/CUR_Klaeranlage_d.pdf\">http:\/\/www.chempark.com\/tl_files\/currenta\/medien\/currenta\/downloads\/pdf\/CUR_Klaeranlage_d.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><sup>7<\/sup> Nitroglycerin und Nitroglycerinsprengstoffe (Dynamite): mit besonderer Ber\u00fccksichtigung der dem Nitroglycerin verwandten und homologen Salpeters\u00e4ureester, Phokion Nao\u00fam, Heidelberg, 1924<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Quellen:<\/p>\n\n\n\n<p>Mitteilungen, Gesellschaft Deutscher Chemiker \/ Fachgruppe Geschichte der Chemie (Frankfurt\/Main), Dr. Wolfgang Scheinert, Bd 20 (2009)<\/p>\n\n\n\n<p>Mitteilungen, Gesellschaft Deutscher Chemiker \/ Fachgruppe Geschichte der Chemie (Frankfurt\/Main), Peter J.T. Morris, Bd 5 (1991)<\/p>\n\n\n\n<p>IG Farben Prozess N\u00fcrnberg, Protokolle und Unterlagen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":5913,"parent":1367,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-2865","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2865","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2865"}],"version-history":[{"count":233,"href":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2865\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6937,"href":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2865\/revisions\/6937"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1367"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5913"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2865"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2865"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2865"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}