{"id":2939,"date":"2021-01-25T23:38:20","date_gmt":"2021-01-25T22:38:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/?page_id=2939"},"modified":"2025-05-20T19:30:16","modified_gmt":"2025-05-20T17:30:16","slug":"fritz-ter-meer-im-dritten-reich","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/fritz-ter-meer-im-dritten-reich\/","title":{"rendered":"Fritz ter Meer im Dritten Reich"},"content":{"rendered":"\n<p>Kontext: <a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/farbwerke-ter-meer\/chemiewerke-in-uerdingen-im-20-jahrhundert\/\">Das Chemiewerk Uerdingen seit dem 20. Jahrhundert<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">Einleitend der Verweis auf die Biografie Fritz ter Meers:<br>Wex, Manuela, &#8220;Meer, Fritz ter&#8221; in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 606-608 [Online-Version]; URL: <a href=\"https:\/\/www.deutsche-biographie.de\/pnd138932778.html#ndbcontent\">https:\/\/www.deutsche-biographie.de\/pnd138932778.html#ndbcontent<\/a><br><\/p>\n\n\n\n<p>Eine der umstrittensten Pers\u00f6nlichkeiten aus Krefeld-Uerdingen ist der Sohn des Chemiefabrikanten Edmund ter Meer.  <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fritz ter Meer<\/strong> war in den obersten F\u00fchrungsgremien des<strong>&nbsp;I.G. Farben<\/strong>&nbsp;Konzerns in h\u00f6chsten leitenden Positionen. Die Werksleitung in Uerdingen gab er daher ab und wohnte seit 1935 in Frankfurt\/Main, dem Hauptsitz der I.G. Farben AG.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-97.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"645\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-97-1024x645.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3281\" srcset=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-97-1024x645.png 1024w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-97-300x189.png 300w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-97-768x484.png 768w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-97-1536x968.png 1536w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/image-97.png 1800w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Fritz ter Meer<\/strong> war zur Zeit der NS-Diktatur insbesondere f\u00fcr die technische \u00dcberwachung aller zum<strong> I.G. Farben Konzern<\/strong> geh\u00f6rigen Farbstofffabriken zust\u00e4ndig, ordnete die Produktion der Werke neu, bildete die Werksgruppe Niederrhein der I.G., in der das Werk <strong>Uerdingen<\/strong> seines 1931 gestorbenen Vaters Mitglied war. <\/p>\n\n\n\n<p>1943 wird Direktor Dr. Fritz ter Meer zum K\u00e4mmerer der Reichsfachgruppe Chemie <br>im NS-Bund Deutscher Technik (NSBDT).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">Autarkie und Kautschuk<\/h2>\n\n\n\n<p>Autarkie-Bestrebungen der Nationalsozialisten dienten der Vorbereitung eines Krieges, bei dem Deutschland von der Import- Rohstoffversorgung abgeschnitten werden w\u00fcrde und auf andere Weise Treibstoff und Kautschuk zB. f\u00fcr Reifen produzieren m\u00fcsste. Grunds\u00e4tzlich stand die <strong>I.G. Farben AG<\/strong>, als ein mit internationalen Handelspartnern verwobener Chemiekonzern, den Autarkie-Bestrebungen zuerst sehr skeptisch gegen\u00fcber.  Dennoch wurde die Kunstkautschuk Autarkiefrage immer dringlicher und seitens der I.G., wenn auch z\u00f6gerlich, weiter entwickelt.   <\/p>\n\n\n\n<p>1937 begann die Nazifizierung der I.G. Farben, indem \u00fcberall im Konzern das <strong>F\u00fchrerprinzip<\/strong> \u00fcbernommen wurde. J\u00fcdische Mitarbeiter mu\u00dften in Deutschland und im Ausland s\u00e4mtliche Niederlassungen der I.G. Farben verlassen. Im deutschen Reich wurden bis zum Beginn des Jahres 1938 die Betriebsf\u00fchrer der Werke und Teilanlagen, sowie die Vorstandsmitglieder der zentralen I.G. zum Teil ausgetauscht und durch weitere 10 konforme Mitglieder erg\u00e4nzt. Auch <strong>Fritz Ter Meer<\/strong> trat 1937 der&nbsp;<strong>NSDAP<\/strong>&nbsp;bei.<\/p>\n\n\n\n<p>Er geh\u00f6rte zu den leitenden Verantwortlichen, die noch aufgrund von Wissen und ihrer guten Qualifikation als Ingenieure, F\u00fchrungsaufgaben im Konzern hatten.  Ab 1938 drehte sich dies endg\u00fcltig, ab da konnte ein schlechter Ingenieur, der aber guter Parteigenosse war, in h\u00f6chste F\u00fchrungspositionen aufsteigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ter Meer war nun im Konzern f\u00fcr die Errichtung der gew\u00fcnschten <strong>leistungsf\u00e4higen<\/strong> und<strong> autarken Kunstkautschuk Produktion<\/strong> verantwortlich. Die Farbenwerke Bayer hatten bereits vor dem Ersten Weltkrieg Experimente mit einem synthetischen Kautschuk gemacht, die I.G. Ludwigshafen setzte diese 1934 mit der Hilfe des dort mit der Kautschuk Synthese befassten <strong>Otto Ambros<\/strong> fort. <strong>Synthetischer Kautschuk<\/strong> war erstmals durch die Einwirkung von Natriummetall auf Butadien entstanden und hatte daher den Namen <strong>Buna<\/strong> erhalten. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Synthese wurde mit anderen Zusatzstoffen in der Folgen zeit noch entscheidend verbessert und 1939 die erste Synthesekautschuk-Fabrik in <strong>Schkopau \/ Leuna <\/strong>in Betrieb genommem. Eine weitere Fabrik ging 1940 in <strong>H\u00fcls<\/strong> in Betrieb, die dritte 1943 bei <strong>Ludwigshafen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">Auschwitz<\/h2>\n\n\n\n<p>Im <strong>Generalgouvernement<\/strong>, den besetzten polnischen Gebieten, wurde nahe der s\u00fcdpolnische Stadt <strong>Oswiecim<\/strong>, in deutsch <strong>Auschwitz<\/strong>, nach langer Standortsuche <strong>1941<\/strong> ein viertes Werk f\u00fcr die Produktion von <strong>Buna<\/strong> gebaut. <\/p>\n\n\n\n<p>Ende Oktober 1942 wurde unmittelbar neben dem Werksgel\u00e4nde ein <strong>firmeneigenes<\/strong> <strong>Konzentrationslager<\/strong> errichtet, das von der <strong>SS<\/strong> im Auftrag der I.G. Farben betrieben wurde. <\/p>\n\n\n\n<p>Auf die <strong>Werksbaustelle<\/strong> mit dem <strong>I.G. Farben Konzentrationslager<\/strong> Auschwitz III Monowitz wurden tausende Fachleute aus den Stammwerken der I.G. Farben abgeordnet. Die I.G. Farben arbeitete in der Folge mit der <strong>SS<\/strong> bei der Verbesserung der Konzentrationslager Auschwitz I Stammlager und Auschwitz II Vernichtungslager Birkenau zusammen, indem Materialkontingente der I.G. f\u00fcr Metall und Holz bereitgestellt wurden. Es folgten gegenseitige Besuche (KZ Leiter H\u00f6ss in Ludwigshafen <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/Bundesarchiv_Bild_146-2007-0057_IG-Farbenwerke_Auschwitz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"495\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/Bundesarchiv_Bild_146-2007-0057_IG-Farbenwerke_Auschwitz.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3465\" srcset=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/Bundesarchiv_Bild_146-2007-0057_IG-Farbenwerke_Auschwitz.jpg 800w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/Bundesarchiv_Bild_146-2007-0057_IG-Farbenwerke_Auschwitz-300x186.jpg 300w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/Bundesarchiv_Bild_146-2007-0057_IG-Farbenwerke_Auschwitz-768x475.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Baustelle I.G. Farben Werk Auschwitz<\/strong>, Quelle: Bundesarchiv, <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=5420106\">Bild 146-2007-0057 \/ CC-BY-SA 3.0<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Im <strong>KZ Auschwitz III Monowitz<\/strong> waren Ende 1944 \u00fcber <strong>10.000 H\u00e4ftlinge<\/strong> untergebracht, die f\u00fcr die IG Farben <strong>Zwangsarbeit<\/strong> leisten mussten. Auf der <strong>Werksbaustelle<\/strong> und in den umliegenden <strong>Vernichtungslagern<\/strong> kamen allein im direkten Zusammenhang mit den <strong>Aktivit\u00e4ten der I.G. Farben<\/strong> gesch\u00e4tzt <strong>25.000 Zwangsarbeiter<\/strong> um.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus den anderen Werken der I.G. im Reich, auch aus dem Rheinland, waren Mitarbeiter auf die Baustelle entsandt worden und wohnten teilweise auch im <strong>Sperrgebiet der SS<\/strong>, auch im Bereich des Vernichtungslagers Auschwitz II Birkenau. Auf der Baustelle des I.G. Farben Werks Auschwitz Monowitz waren mehr als 200 weitere Firmen besch\u00e4ftigt. Deren Mitarbeiter konnten die H\u00e4ftlinge und deren Tod und Leid t\u00e4glich sehen, auf der Baustelle  und auch au\u00dferhalb. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/FARBEN_DWORY.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"902\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/FARBEN_DWORY.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3472\" srcset=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/FARBEN_DWORY.png 1024w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/FARBEN_DWORY-300x264.png 300w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/FARBEN_DWORY-768x677.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Plan des Werks und der umgebenden Lager, Zustand 1944, Quelle : <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=42520891\">HEROMAX, CC BY-SA 3.0, <\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Fritz ter Meer<\/strong> hatte die Baustelle zwischenzeitlich auch mehrfach pers\u00f6nlich besucht und \u00fcber seinen Tisch in Frankfurt liefen u.A. wesentliche Entscheidungen und Informationen zur Werksbaustelle.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auschwitz<\/strong> war der Wendepunkt in der Arbeit der innovationsreichen, markt- und machtbewu\u00dften <strong>I.G. Farben<\/strong>. Der Konzern kooperierte seit 1941 so eng mit der <strong>SS<\/strong>, dass eine Trennung von industriellem, unternehmerischem Handeln, vom politischen Handeln der Nazis nicht mehr vorhanden war. <\/p>\n\n\n\n<p>Vielmehr hatte sich die <strong>I.G. Farben<\/strong>  nun derartig eng mit den <strong>NS-Zielen und Personalien<\/strong> verwoben, dass sie beim Scheitern des Krieges zwangsl\u00e4ufig unternehmenskritische Probleme bekommen w\u00fcrde. R\u00fcckblickend sollte damit die Geschichte des zusammenh\u00e4ngenden gr\u00f6\u00dften und erfolgreichsten Chemiekonzerns der Erde beendet werden.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Die Verantwortung vor Ort trugen die Ingenieure und Manager die mit der  echnischen Ausf\u00fchrung und Baustellenleitung befasst waren, wie <strong>Heinrich B\u00fctefisch<\/strong> (selbst auch SS Mitglied), Walter D\u00fcrrfeld, und <strong>Otto Ambros<\/strong>. In der I.G. Farben Zentrale <strong>Fritz ter Meer<\/strong>, bis er 1943 nach Italien, in seiner Rolle als Wehrwirtschaftsf\u00fchrer (seit 1942) und Beauftragter des  Reichsministeriums f\u00fcr R\u00fcstung und Kriegsproduktion versetzt wurde, um nun dort die chemische Industrie Norditaliens zu kontrollieren. <\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Buna-Fabrik in Auschwitz<\/strong> wurde nie vollendet und bis zur Einnahme durch die Rote Armee im Januar 1945 konnten hier nur geringe Mengen an Vorprodukten gewonnen werden.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Ganze Waggonladungen Dokumente, mit Tonnen von Akten zu den Aktivit\u00e4ten in Auschwitz, Unterlagen die Zwangsarbeiter ber\u00fchrten, den H\u00e4ftlingseins\u00e4tzen, der Mitarbeit von I.G. Mitarbeitern in der NSDAP, Unterlagen \u00fcber die eingebetteten Vertrauensleute der Gestapo, Unterlagen aller geheimen Kommandosachen, alle geheimen Reichssachen, alle Geheimsachen, weitere umfangreiche Akten die f\u00fcr den Feind von Nutzen sein k\u00f6nnten, wurden<strong> 1945<\/strong> in Auschwitz und in allen anderen I.G. Farben Werken, von den Mitrrarbeitern der I.G. Farben, im Auftrag der Unternehmensleitung der I.G. Farben darunter Ter Meer, fast vollst\u00e4ndig vernichtet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Im April 1945 wurde <strong>Fritz ter Meer<\/strong> vom amerikanischen Milit\u00e4r inhaftiert und 1948 im Rahmen der auf die N\u00fcrnberger Kriegsverbrecher Prozesse folgenden <strong>I.G. Farben-Prozesse<\/strong>, das Milit\u00e4rtribunal gegen die Mitglieder der F\u00fchrung der I.G. Farben, angeklagt. Die Angeklagten waren mit der Materie bestens vertraut. <\/p>\n\n\n\n<p>Noch in den Jahren  1946 und 1947 wurde weiterhin belastendes Material \u00fcber das I.G. Werk in Auschwitz&nbsp;vernichtet. Dies verschaffte der Verteidigung einen Vorsprung gegen\u00fcber der Anklage. Diese hatte s\u00e4mtliches noch verf\u00fcgbares Material beschlagnahmen lassen und im <strong>Document Center Griesheim<\/strong> gelagert. <\/p>\n\n\n\n<p>Von dort konnten allerdings weiterhin betriebsrelevante Akten f\u00fcr die einzelnen Werke, die unter Aufsicht der Alliierten weiter produzieren sollten, zu deren Einsicht angefordert werden. Insbesondere im Werk Ludwigshafen wurden in diesen speziell angeforderten Akten, noch bis 1948 umfangreich Bereinigungen vorgenommen. Mehrere Mitarbeiter des Konzerns, wie beispielsweise <strong>Dr. Wolfgang Alt<\/strong>, der zuvor in Auschwitz am Aufbau des Werks beteiligt war, arbeiteten in Ludwigshafen in sortierender Sonderrolle. Er folgte damit  den Anweisung der Inhaftierten.  <\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Verteidigungslinie<\/strong> der Angeklagten der I.G. Farben wurde von <strong>Fritz ter Meer<\/strong> ausgearbeitet, koordiniert und auch geleitet. Ter Meer gab, wie alle anderen Angeklagten an, sich nicht an die Vernichtung von Zwangsarbeitern oder Details zu den Konzentrationslagern erinnern zu k\u00f6nnen, man pl\u00e4dierte geschlossen auf &#8220;unschuldig&#8221;. Zehn der Angeklagten wurden freigesprochen, dreizehn erhielten Gef\u00e4ngnisstrafen von bis zu acht Jahren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fritz ter Meer<\/strong> wurde als <strong>Kriegsverbrecher <\/strong>nur<strong> zu sieben Jahren Haft<\/strong> verurteilt. Aus der Haft wurde er allerdings bereits  1952 wegen &#8220;<strong>guter F\u00fchrung<\/strong>&#8221; vorzeitig entlassen. Es ist nicht anzunehmen, dass Fritz ter Meer f\u00fcr die Gr\u00e4ultaten, zu denen er verantwortlich beigetragen hatte, jemals eine pers\u00f6nliche Verantwortung empfunden hat.<\/p>\n\n\n\n<p>In der deutschen Nachkriegsgesellschaft lebte diese von <strong>Fritz ter Meer<\/strong> entwickelte <strong>Verteidigungsstrategie<\/strong> der Vertuschung, des Nichtwissens, man sei unpolitisch gewesen, gezwungen mitzumachen, somit selbst Opfer der Nazis zu sein, weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist durch hunderte dokumentierter Zeugenaussagen erwiesen, dass die abscheulichen Verbrechen die in Auschwitz stattfanden, den Arbeitern und den Angestellten der <strong>I.G. Farben Auschwitz<\/strong> bekannt waren. Diese tausende deutsche Betriebsangeh\u00f6rige der Stammwerke der I.G. Farben haben davon gewu\u00dft und sie haben dieses Wissen zur\u00fcck in ihre Werke, zu ihren Kollegen, Freunden, Familien gebracht. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/Bundesarchiv_Bild_146-2007-0099_IG-Farbenwerke_Auschwitz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"551\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/Bundesarchiv_Bild_146-2007-0099_IG-Farbenwerke_Auschwitz.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3469\" srcset=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/Bundesarchiv_Bild_146-2007-0099_IG-Farbenwerke_Auschwitz.jpg 800w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/Bundesarchiv_Bild_146-2007-0099_IG-Farbenwerke_Auschwitz-300x207.jpg 300w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/Bundesarchiv_Bild_146-2007-0099_IG-Farbenwerke_Auschwitz-768x529.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Quelle: Bundesarchiv, Bild 146-2007-0057 \/ CC-BY-SA 3.0 <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=5420106\">link<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Kontext: <a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/farbwerke-ter-meer\/chemiewerke-in-uerdingen-im-20-jahrhundert\/\" data-type=\"page\" data-id=\"2865\">Das Chemiewerk Uerdingen seit dem 20. Jahrhundert<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">Mehr lesen<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bayer AG zur Unternehmensgeschichte <\/h2>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20221009025044\/https:\/\/www.bayer.com\/de\/unternehmensgeschichte\/unternehmensgeschichte-1925-bis-1945\">1925-1945<\/a> und <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20221011144935\/https:\/\/www.bayer.com\/de\/unternehmensgeschichte\/unternehmensgeschichte-1945-bis-1951\">1945-1951<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">I.G. Farben Prozess<\/h2>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend des I.G. Farben Prozesses sind umfangreiche Materialien gesammelt worden, danach eine Vielzahl von Publikationen erschienen, die hier nicht s\u00e4mtlich zitiert werden k\u00f6nnen. Einige seien hier kurz vorgestellt:   <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20230327134823\/https:\/\/refubium.fu-berlin.de\/bitstream\/handle\/fub188\/4966\/Microsoft_Word_-_IG_Farben_DRUCK_verbessert.pdf?sequence=1&amp;isAllowed=y\">Die in Auschwitz sterben mussten, haben andere auf dem Gewissen<\/a><br>Projektion, Rezeption und Realit\u00e4t der I.G. Farbenindustrie AG. im N\u00fcrnberger Proze\u00df, <br>Dissertation, Berlin 2010, Dr. Stefan H\u00f6rner<\/p>\n\n\n\n<p>The Devil&#8217;s Chemists [24 Conspirators Of The International Farben Cartel Who Manufacture Wars], vom stellvertretenden Chefankl\u00e4ger Josiah E. DuBois Jr. r\u00fcckblickend 1950 geschrieben:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;<em>To understand the full significance of this story, bear in mind that today the main characters \u2014 defendants in the most far reaching criminal trial in history \u2014 are all alive and free to work against the way of life you and I cherish<\/em>&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"https:\/\/archive.org\/details\/pdfy-3lxDZXBsQKxNRaCr\/page\/n3\/mode\/2up\">https:\/\/archive.org\/details\/pdfy-3lxDZXBsQKxNRaCr\/page\/n3\/mode\/2up<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fritz ter Meer<\/h2>\n\n\n\n<p>Obwohl Fritz ter Meer Aufsichtsratsvorsitzender der Farbenfabrik Bayer AG wurde, dem Nachfolger der I.G. Farben Gruppe Niederrhein, sind sehr wenige Quellen aus der Nachkriegszeit zu finden. <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.deutsche-biographie.de\/sfz59772.html\">Deutsche Biographie<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>Zur Geschichte <strong>V\u00e4ter und S\u00f6hne<\/strong>,<br>der Verarbeitung der Familiengeschichte Ter Meer im gleichlautenden Film<br><a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20230324001141\/https:\/\/magazin.spiegel.de\/EpubDelivery\/spiegel\/pdf\/13513751\">https:\/\/magazin.spiegel.de\/EpubDelivery\/spiegel\/pdf\/13513751<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">I.G Farben Werk Uerdingen<\/h2>\n\n\n\n<p>Untersuchungen \u00fcber die Zeit im III Reich stehen noch aus. Siehe <a href=\"https:\/\/www.rheinische-industriekultur.com\/seiten\/objekte\/orte\/krefeld\/objekte\/weiler_ter_meer.html\">Farbwerk E. Ter Meer &amp; Co \/ Chemische Fabriken Weiler-ter Meer \/ Bayer AG Werk Krefeld-Uerdingen \/ Currenta-Chempark&nbsp;<\/a>von Stefanie van de Kerkhof&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color\">Weiter lesen<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"685\" height=\"425\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/Logo_IK-KREFELD_2020.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-549\" style=\"width:321px;height:199px\" srcset=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/Logo_IK-KREFELD_2020.png 685w, https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/Logo_IK-KREFELD_2020-300x186.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 685px) 100vw, 685px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<p><strong>Zur Gr\u00fcndung des Uerdinger Farbenwerks <br><\/strong><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/farbwerke-ter-meer\/\" data-type=\"page\" data-id=\"1367\"><button>Farbenfabrik Weiler Ter Meer<\/button><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zur weiteren Entwicklung des Werks<br><\/strong><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/farbwerke-ter-meer\/chemiewerke-in-uerdingen-im-20-jahrhundert\/\" data-type=\"page\" data-id=\"2865\"><button>Das Chemiewerk Uerdingen seit dem 20. Jahrhundert<\/button><\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/wp-content\/uploads\/Button-RI-on-2.png\" alt=\"\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<p><a href=\"https:\/\/www.rheinische-industriekultur.com\/seiten\/objekte\/orte\/krefeld\/objekte\/weiler_ter_meer.html\">Farbwerk E. Ter Meer &amp; Co \/ Chemische Fabriken Weiler-ter Meer \/ Bayer AG Werk Krefeld-Uerdingen \/ Currenta-Chempark&nbsp;<\/a><br>von Stefanie van de Kerkhof&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kontext: Das Chemiewerk Uerdingen seit dem 20. Jahrhundert Einleitend der Verweis auf die Biografie Fritz ter Meers:Wex, Manuela, &#8220;Meer, Fritz ter&#8221; in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 606-608 [Online-Version]; URL: https:\/\/www.deutsche-biographie.de\/pnd138932778.html#ndbcontent Eine der umstrittensten Pers\u00f6nlichkeiten aus Krefeld-Uerdingen ist der Sohn des Chemiefabrikanten Edmund ter Meer. Fritz ter Meer war in den obersten F\u00fchrungsgremien des&nbsp;I.G. &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/fritz-ter-meer-im-dritten-reich\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eFritz ter Meer im Dritten Reich\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":9,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-2939","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2939","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2939"}],"version-history":[{"count":92,"href":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2939\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6930,"href":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2939\/revisions\/6930"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2939"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2939"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.industriekultur-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2939"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}