Krefelds suburbane Siedlungsformen und die Gartenstadt

Mit der Gartenstadt und Elfrath sind zwei für Krefeld einzigartige suburbane Großsiedlungen entstanden. Zu ihrer Entstehungsgeschichte und zum Namen „Krefeld-Gartenstadt“ trugen einige bemerkenswerte Entwicklungen der Siedlungsarchitektur bei. Angefangen bei den Ideen einer Villenkolonie, über die Gartenstadt Bewegung, die suburbane automobile Dezentralisierung der USA, die Nachkriegszeit mit einer fast vergessenen Versuchssiedlung und schließlich der Bau der Großsiedlung Gartenstadt und danach der Großsiedlung Elfrath.

Sehenswert sind alle genannten Siedlungen, sowohl aus ihrer spannenden Baugeschichte heraus, aber auch durch ihre architektonischen Entwürfe und das Siedlungslayout.

Siedlung Ter Meer

Im Norden Uerdingens entstand in den 1920er Jahren eine Wohnsiedlung, die den Namen des Chemiefabrikanten Dr. Edmund ter Meer trägt und auch durch sein Engagement entstand.

Sehenswert ist die Siedlung, ausgehend vom Ter Meer Platz.

Siedlung Ritterfeld

Nach dem Ersten Weltkrieg galt es in Krefeld die Wohnungsnot zu lindern. 1921 wurde für die Stadtverwaltung der Plan zum Bau von etwa 300 Wohnungen von Architekt Franz Lorscheidt ausgearbeitet. Im zweite Bauabschnitt wurden spiegelbildlich angeordnete Mehrfamilienhäuser von Erich Böttger geplant.

Sehenswert sind die Backsteintore an der Ritter- und der Siemensstraße durch die Wege zum kleinen Platz im Zentrum der Siedlung führen, aber auch der zweite Teil der Siedlung mit reich verzierten Mehrfamilienhäusern der Moderne.

Siedlung Stahldorf

Nachdem im Jahr 1900 in Fischeln ein Stahlwerk errichtet wurde, waren dort ein Jahr später schon 80 Arbeiter beschäftigt. 1905-1908 entstand an der heutigen Oberschlesienstraße, in kurzer Distanz zum Stahlwerk, eine Siedlung die den passenden Namen „Stahldorf“ erhielt.

Sehenswert sind sind die Siedlungshäuser gegenüber einer heutigen Werkseinfahrt an der Oberschlesienstraße und weiter entlang der Vulkan- und Thyssen Straße.

Siedlung Ulmenstraße

1896 wird in Krefeld das damals schon aufsehen erregende schlossartige Gebäude einer Baumwollspinnerei als viergeschossiger, turmumstandener Bau errichtet, in der eine 2400-PS-Dampfmaschine fast 80.000 Spindeln antreibt. Die größten Probleme der Anfangsjahre der Crefelder Baumwollspinnerei AG war aber nicht ihre technische Ausrüstung, sondern die fehlenden Arbeiter. Die Arbeitskräfte kamen zu einem großen Teil aus Böhmen. Auf dem firmeneigenen Grundstück an der Ulmenstraße wurde daher 1900 eine Reihe Arbeiterhäuser errichtet. 

Sehenswert ist die Arbeitersiedlung Ulmenstraße. Die Spinnerei ist nicht erhalten.

Siedlung Klein Österreich

Ausgehend von der Siedlung Stahldorf entstand für das Stahlwerk in Krefeld eine Reihe von Wohnungsbauten, wie die schon weit in Richtung Fischeln seit 1938 erbaute Siedlung „Klein-Österreich“.

Sehenswert ist das gut erhaltene Siedlungsensemble.

Siedlung Lindental

Der neuere Teil der Siedlung Lindental war als Arbeitersiedlung für die Deutschen Edelstahlwerke AG geplant und entstand ab 1936 westlich der Forstwaldstraße, als eine städtische Bauplanung, unter der Ausführung der Linner Aktienbaugesellschaft.

Sehenswert ist das Siedlungslayout und die Siedlungsarchitektur im Heimatstil